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Vital Heynen wurde mit Noliko Maaseik dreimal belgischer Meister und fünfmal Pokalsieger © imago

Der Belgier Vital Heynen löst Interimslösung Bernard ab und soll die DVV-Asse nach London führen. Die Spieler sind erleichtert.

München - Vital Heynen soll der Olympia-Kampagne der deutschen Volleyballer neues Leben einhauchen.

Der belgische Meistertrainer übernimmt fast vier Monate nach der Entlassung seines glücklosen Vorgängers Raul Lozano die Verantwortung für das Männerteam des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV).

Unterstützung bekommt der 42-Jährige von den Ex-Nationalspielern Stefan Hübner und Ralph Bergmann, die zusammen fast 500-mal für Deutschland gespielt haben. Beide werden als Co-Trainer arbeiten.

"Wir sind überzeugt davon, dass wir mit Vital Heynen, Stefan Hübner und Ralph Bergmann ein Trio präsentieren, das enorm viel Sachverstand hat sowie Anerkennung und Vertrauen genießt", sagte DVV-Präsident Werner von Moltke.

Der Turniersieg muss her

Auf die Drei wartet eine schwere Aufgabe: Vom 8. bis 13. Mai hat die deutsche Auswahl die Möglichkeit, sich bei einem Achter-Turnier in Sofia für die Olympischen Sommerspiele 2012 in London zu qualifizieren.

Allerdings löst nur der Sieger das Ticket - und die Gegner sind nicht ohne (NEWS: DVV-Herren erwischen schwere Gruppe).

EM am besten vergessen

Zuletzt hatte sich das Team unter Interimstrainer Stewart Bernard in der ersten Olympia-Qualifikationsphase in aufsteigender Form präsentiert, nachdem die Mannschaft bei der EM in Tschechien und Italien einen blamablen Auftritt hingelegt hatte

Dort war sie ohne Sieg nach der Vorrunde ausgeschieden. So geht Heynen auch mit dem nötigen Selbstvertrauen an seine neue Aufgabe.

"Die deutsche Mannschaft hat ein sehr hohes Potenzial. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und bin sehr froh, dass sich mir diese Möglichkeit bietet", sagte Heynen.

Er wolle "so schnell wie möglich anfangen" und werde versuchen, "das Team besser zu machen".

Keine Verständigungsprobleme

Der frühere belgische Nationalspieler arbeitet seit 2006 äußerst erfolgreich als Trainer des nationalen Serienmeisters Noliko Maaseik, den er weiterhin betreuen wird.

Heynen spricht sowohl Deutsch als auch Englisch, Niederländisch und Französisch, ein klarer Vorteil gegenüber dem Argentinier Lozano, der sich mit der Mannschaft während seiner kompletten Amtszeit nur mithilfe eines Übersetzers verständigen konnte.

Alle "sind Profi genug"

Die DVV-Auswahl zumindest ist froh, dass nun endlich eine Entscheidung gefallen ist.

"Ich glaube, dass wir mit dem neuen Trainer einen erfahrenen Mann bekommen haben. Jetzt müssen sich alle schnellstmöglich zusammenfinden, was von seiner Seite auch schon geschehen ist, da er den Kontakt zu einigen Spieler bereits gesucht hat", sagte Kapitän Björn Andrae.

Der Erfolgsdruck ist enorm, schließlich ist die Qualifikation für London erklärtes Ziel der Verbandsspitze - und auch der Mannschaft (DATENCENTER: Champions League 2011/12).

"Wir haben nicht viel Zeit und es wird keine leichte Situation, aber ich denke, dass die Mannschaft und auch der Trainer Profi genug sind, um das Optimum rauszuholen", sagte Andrae.

Eine letzte Möglichkeit in Berlin

Nicht nur die Hoffnungen der Volleyball-Fans in Deutschland richten sich auf Heynen und seine Schützlinge, schließlich ist die DVV-Auswahl eines der wenigen Teams, die noch Olympia-Chancen haben.

Im April wird Heynen sein Team zu den ersten Vorbereitungslehrgängen versammeln, einen Monat später bekommt es das DVV-Team in Sofia in der Vorrunde des Qualifikationsturniers mit Italien, Finnland und der Slowakei zu tun.

Sollten die Volleyballer den Turniersieg verpassen, gäbe es als Ausrichter des Weltturniers vom 8. bis 10. Juni in Berlin noch eine letzte Möglichkeit, das ersehnte Olympiaticket zu lösen - eine Chance, die sich der "Volleyball-Verrückte" Heynen nicht entgehen lassen will.

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