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Die Spielerinnen des Schweriner SC holten gegen Dresden die 10. Meisterschaft der Vereinsgeschichte © imago

Im dramatischen 4. Finalspiel verteidigt der SSC das Double. Trainer Buijs wird geduscht und schwärmt. Doch der Ausverkauf droht.

Dresden - Als der Meister-Matchball vom Dresdner Doppelblock ins Aus sprang, kannte der Jubel beim Schweriner SC keine Grenzen mehr.

Trainer Teun Buijs wurde von einer Bierdusche kalt erwischt, seine Spielerinnen fielen sich in die Arme und kugelten sich vor Freude auf dem Boden.

Nach dem 3:1 (25:14, 19:25, 33:31, 25:22) beim Dresdner SC feierten die Mecklenburgerinnen ausgelassen den Titel-Hattrick.

Schon zum zehnten Mal wurde Schwerin deutscher Meister und untermauerte damit die Vormachtstellung im deutschen Frauen-Volleyball.

Trainer Buijs schwärmt

"Unser Jahr war super erfolgreich - die ganze Saison auf dem ersten Platz, eine tolle Champions-League-Saison, Pokalsieger und jetzt Meister - mehr geht eigentlich nicht", sagte Buijs.

Mit dem SSC konnte er das Double aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen.

"Ich bin super müde, aber glücklich", sagte der 53 Jahre alte Niederländer. Die Best-of-five-Finalserie der Bundesliga endete mit 3:1.

Dramatik im vierten Finalspiel

Das vierte Endspiel war an Dramatik kaum zu überbieten. Vor allem im dritten und entscheidenden vierten Satz schenkten sich beide Teams im Ostderby nichts.

"Unsere Annahme hat heute viel besser funktioniert. Dazu waren wir auf den Punkt da, vor allem im dritten Satz. Heute hören wir nicht mehr auf zu feiern, das ist ein unglaublich gutes Gefühl", sagte Trainertochter Anne Buijs.

Bestens gelaunt streiften sie und ihre Teamkolleginnen die gelben Meister-Shirts über und strahlten mit der Meisterschale in Händen in die Kameras.

Personeller Ausverkauf droht

Doch in der Stunde des Triumphes gab es mit Blick auf die Zukunft auch einen Wermutstropfen.

"Wir möchten die Mannschaft am liebsten so zusammenhalten, wie sie jetzt ist. Aber wir wissen, dass das illusorisch ist. Dann bräuchten wir den Etat der Dresdner noch zu unserem dazu", sagte Manager Michael Evers.

"Die Champions League ist ja Fluch und Segen zugleich: Wir präsentieren unsere Spielerinnen auf dem Tablett, und die europäischen Topklubs brauchen sie nur herunterzunehmen", erklärte er: "So schnell können wir gar nicht den internationalen Markt sondieren, um adäquaten Ersatz zu finden."

Dresden verliert drittes Finale in Serie

Während der SSC in der sächsischen Landeshauptstadt erneut ausgelassen feiern konnte, hatte der zweimalige Meister Dresden vor 3000 Zuschauern das Nachsehen.

Zum dritten Mal in Serie unterlagen die Gastgeberinnen Schwerin im Endspiel und konnten ihre Tränen nicht verstecken - langsam wird es zu einem kleinen Trauma.

"Mein Mitgefühl gilt meinen Spielerinnen. Es tut mir sehr, sehr leid für die Mannschaft, dass sie sich nicht den verdienten Sieg geholt hat", sagte DSC-Trainer Alexander Waibl.

Glück und Selbstvertrauen fehlen

Das Glück habe gefehlt, meinte Waibl und ergänzte: "Gegen diesen Gegner fehlt uns dann wohl auch das Selbstvertrauen."

Die Dresdner Fehler nutzte der Titelverteidiger gnadenlos aus.

"Das war eine ganz knappe Sache. Wir haben es in den entscheidenden Phasen geschafft, unser Spiel zu spielen. Da haben wir ein Stück mehr Konstanz gezeigt als die Dresdnerinnen", sagte Schwerins Spielführerin Denise Hanke.

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