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Die DVV-Frauen trafen bei der EM 2013 schon auf die Türkei
DVV-Außenangreiferin Heike Beier schmettert am Block von Gündogans Cousine Naz Aydemir (r.) vorbei © imago

Der BVB-Star saugt bei der EM die Atmosphäre auf, muss aber trösten. Die Deutschen werden auch durch ihr Liebesleben berühmt.

Von der Volleyball-EM berichtet Lars Becker

Selbst der deutsche Fußball-Nationalspieler Ilkay Gündogan war nach seinem Besuch bei der Volleyball-EM begeistert.

"Das hat richtig Spaß gemacht: Es war eine tolle Atmosphäre und ein spannendes Spiel", sagte der derzeit verletzte Star von Borussia Dortmund.

Der prominente Tribünengast musste nach dem 3:0 im entscheidenden Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Türkei Trost spenden. Schließlich hatte seine Cousine Naz Aydemir auf der Verliererseite gestanden.

Gute Laune und bunte Geschichten

Nur strahlende Gesichter gibt es nach der Vorrunde der Heim-Europameisterschaft dagegen beim Gastgeber.

Sportlich hat das deutsche Team mit drei Siegen (zuvor 3:0 gegen Spanien und 3:2 gegen die Niederlande) direkt das Ticket für das Viertelfinale gelöst. Das erste Kapitel beim "Projekt Gold" ? dem erste EM-Titel für ein deutsches Team seit 26 Jahren - ist damit geschrieben.

Vor allem aber hat sich die Randsportart in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geschoben. Und zwar nicht nur wegen interessanter Beziehungsgeschichten wie der über die anstehende Heirat von Bundestrainer Giovanni Guidetti mit der Türkin Bahar Toksoy.

Oder dem Outing der deutschen Nationalspielerin Lena Thomsen, die mit der niederländischen Angreiferin Anne Buijs zusammenlebt.

Die Deutschen - das fetzt!

Die TV-Liveübertragung bei SPORT1 erreichte in der Spitze bis zu 500.000 Zuseher - für Volleyball ist das ein Rekordwert.

Insgesamt 17.200 Zuschauer waren bei den deutschen Vorrundenspielen in Halle/Westfalen live dabei und sorgten für phantastische Stimmung. "Es ist nur anstrengend, wenn man beim Spiel die ganze Zeit Gänsehaut hat", sagt Corina Ssuschke-Voigt dazu grinsend.

Libero Lenka Dürr findet es cool, dass sie jetzt sogar ab und zu auf der Straße erkannt wird: "Die Leute sagen: ?He, schau mal, die Deutschen?. Das fetzt."

Eine einzigartige Energie

Die deutschen Volleyballerinnen werden auch deshalb von einer Welle der Sympathie getragen, weil sie sich in allen Höhen und Tiefen als echtes Team präsentieren.

"Man reicht den anderen die Hand und wird gehalten. So eine Energie auf dem Spielfeld habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie erlebt", beschreibt Spielführerin Margareta Kozuch die große Stärke der Mannschaft.

Gegen die Niederlande wurde ein 1:2-Satzrückstand noch umgebogen, gegen die Türkei im Entscheidungsspiel um den Gruppensieg sogar ein 10:16-Satzrückstand aufgeholt.

Nächster Gegner ganz egal

"Wir werden vom Publikum getragen und strotzen nur so vor Selbstbewusstsein. Wir wissen, dass wir auch Spiele drehen können und wir können uns noch steigern", sagt Ssuschke-Voigt: "Deshalb ist es auch scheißegal, gegen wen wir im Viertelfinale spielen. Wenn wir Gold gewinnen wollen, müssen wir sowieso jeden schlagen."

Als perfekte Vorbereitung hatten die deutschen Topspielerinnen am Montag einen freien Tag - und nutzten ihn neben Zeit mit Freunden und Familie auch zu einem Besuch in der Schokoladenfabrik von Storck.

Der Gegner für das Viertelfinale am Mittwoch (ab 19.45 Uhr LIVE auf SPORT1) wird heute im Playoff-Spiel zwischen Kroatien und der Niederlande (ab 19.50 Uhr im LIVESTREAM) ermittelt.

Mit dem DFB-Bus nach Berlin

Es wartet in jedem Fall eine lösbare Aufgabe auf das deutsche Team, genau wie in einem möglichen Halbfinale, wo Belgien oder Tschechien die wahrscheinlichsten Gegner wären.

"Wir müssen jetzt nur noch aufmerksamer sein, denn bei jedem Fauxpas wäre die Strafe unglaublich bitter", weiß Maren Brinker.

Bei einer Niederlage im Viertelfinale würden die deutschen Damen auch um einen Genuss der ganz besonderen Art kommen - der Fahrt mit dem komfortablen Bus des deutschen Fußball-Nationalteams.

Dieses luxeriöse Gefährt soll das Team am Mittwoch direkt nach dem erhofften Sieg im Viertelfinale nämlich noch in der Nacht nach Berlin bringen. Wo Volleyball-Fan Ilkay Gündogan vielleicht noch mal seine Aufwartung macht.

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