SPORT1-Expertin Danja Müsch sieht den DVV-Coach mit Kompetenz und TV-Tauglichkeit als Segen. Berlin sei für die EM-Mädels ideal.

Hallo Volleyballfreunde,

dann fange ich mal so an, wie Angelina Hübner gestern in ihrer Kolumne aufgehört hat:

BERLIN, BERLIN, wir fahren nach Berlin!!

Und mit was für einer souveränen Leistung. 3:0 im Viertelfinale gegen eine starke kroatische Mannschaft.

Da haben die Mädels um Maggi Kozuch nach dem Spiel zu recht um die Wette gestrahlt, als das Gerry-Weber Stadion sie mit "Oh wie ist das schön"-Sprechchören gefeiert hat. Was für eine Stimmung.

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Ich hatte ja ein bisschen Bedenken im zweiten Satz, als sie fünf Satzbälle liegen gelassen hatten, aber am Ende wird bei dieser Europameisterschaft für die deutsche Mannschaft eben einfach alles gut.

Besonders gefreut habe ich mich für Heike Beier. Bisher hat sie bei dieser EM noch nicht ihre volle Leistung abrufen können, aber diesmal hat sich am Ende gezeigt, warum Bundestrainer Giovanni Guidetti ihr trotz allem das Vertrauen schenkt.

Sie hat unglaublich wichtige Bälle gemacht und vor allem gut angenommen und aufgeschlagen. Ich bin mir sicher, im Halbfinale schlägt ihre große Stunde.

Überhaupt Giovanni Guidetti. Der Italiener ist schon jetzt Kult und das Beste, was dem deutschen Volleyball im Frauenbereich seit Langem passiert ist. Er ist unglaublich positiv, er schenkt der Mannschaft so viel Vertrauen und bereitet sie zusammen mit Co-Trainer Felix Koslowski taktisch perfekt vor.

Für uns vom Fernsehen hat er trotz allem immer Zeit für ein Interview oder einen Spaß. Dazu ist sein italienischer Akzent einfach herrlich. Sein Interview gestern nach dem Spiel war legendär. Ich schätze, die Zuschauer haben nur die Hälfte verstanden, als er uns sein elektronisches Taktik-Board erklärt hat, aber das ist auch zweitrangig.

Die Begeisterung und die Liebe zur Mannschaft und zum Sport sprudeln nur so aus dem temperamentvollen Italiener.

Für ihn und die Mädels ging's nun nach Berlin. Es steht direkt die erste Trainingseinheit in der Max-Schmeling Halle auf dem Plan. Eine meiner Lieblings-Volleyball-Hallen.

Dort hat sich im vergangenen Jahr die Männer-Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele qualifiziert. Und hier hat sich auch der SCC Berlin die Deutsche Meisterschaft gesichert. Für deutsche Volleyballer also ein gutes Pflaster. Top-Stimmung ist im Volleyball-Tempel garantiert.

Im Halbfinale geht's dort nun gegen Belgien. Besser als Russland oder Serbien, die sich im zweiten Halbfinale gegenüberstehen, würde ich sagen. Oder wie Giovanni sagen würde: "Egal gegen wen, ab sofort geht es immer um Tod oder Leben."

Wir sehen uns in Berlin!

Eure Danja

Die ehemalige Nationalspielerin Danja Müsch berichtet für SPORT1 als Moderatorin von der Volleyball-EM. Müsch hat 45 Länderspiele für die DVV-Frauen in der Halle bestritten - 1994 wechselte sie von der Halle in den Sand und gewann mit Partnerin Beate Bühler auf Anhieb den Titel bei der Beachvolleyball-EM. Die 42-Jährige nahm an insgesamt drei Olympischen Spielen teil und holte fünfmal die Deutsche Meisterschaft. Zudem wurde sie viermal zur Beachvolleyballerin des Jahres gekürt.

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