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Maren Brinker (M.) spielt in Polen beim Impel Wroclaw © getty

Ein Scheitern gibt es nicht: Die Volleyballerinnen glauben fest an den Finaleinzug. Ihr Ziel: "Wir wollen Berlin rocken."

Von der Volleyball-EM berichtet Lars Becker

Halle/Westfalen/Berlin - Angst vor Belgien? "Nö. Wir sind im Flow", meinte Saskia Hippe mit einem Grinsen.

Und die überragende Blockspezialistin Christiane Fürst ist sich sicher, dass sich die deutschen Schmetterlinge bei der Heim-EM "nur selbst stoppen können".

Ihre klare Ansage vor der Finalrunde im Gespräch mit SPORT1: "Wir wollen Berlin rocken."

Im Finale würde dann Russland warten. Gegen Titelverteidiger Serbien machte der Rekord-Europameister beim 3:0 kurzen Prozess.

Zur Prime-Time (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) betreten die Deutschen gegen Belgien das Parkett Ein zusätzlicher Motivationsschub für die Guidetti-Girls.

Felsenfest überzeugt

Dementsprechend groß ist das Selbstbewusstsein bei Deutschlands Volleyballerinnen vor dem Halbfinale an diesem Freitag gegen den Außenseiter.

Fünfmal haben beide Teams in diesem Jahr gegeneinander gespielt, dreimal hat Deutschland gewonnen, zuletzt im Finale der Europaliga mit 3:2. Alle im deutschen Team sind felsenfest von einem Sieg überzeugt, Angst vor einem Scheitern ist nicht spürbar.

"Belgien ist ein Team mit tollem Teamgeist wie wir, aber absolut machbar. Wir haben die Sicherheit zu sagen: Keiner gewinnt gegen uns", sagte Heike Beier gegenüber SPORT1.

"Werden Gold holen"

Nicht einmal Rekord-Europameister Russland oder Titelverteidiger Serbien, die sich zuvor im anderen Halbfinale gegenüberstehen. Davon ist neben Verbandschef Thomas Krohne ("Wir werden Gold holen und am Samstag eine große Party feiern") auch der Bundestrainer überzeugt.

"Andere Teams haben mehr Kraft und bessere Individualspieler. Aber Gott sei Dank ist Volleyball ein Mannschaftssport. Und diese besonderen deutschen Mädels können alle Mannschaften der Welt lehren, was es heißt, ein Team zu sein."

Dass das so ist, verdanken die deutschen Spielerinnen vor allem ihrem italienischen Chefcoach.

Dirndl inklusive

Er schafft es auf einzigartige Weise, seine Teams zu einer Art Familie zusammenzuschweißen.

Schon auf Vereinsebene war das so: Mit Vakifbank Istanbul blieb Guidetti 47 Spiele in Serie ungeschlagen, holte Meisterschaft und Pokal in der Türkei plus den Titel in der Champions League.

"Jeder weiß, was es in der Volleyball-Welt bedeuten würde, wenn er jetzt noch EM-Gold gewinnt. Das wäre die Krönung", sagte Verbandschef Krohne.

Er hat Guidetti und die Spielerinnen zum Münchner Oktoberfest eingeladen, falls sie den Titel gewinnen. Dirndl für die deutschen Volleyballerinnen und Lederhose für den Chefcoach inklusive.

6.000 Tickets verkauft

Der Unterstützung der Fans bei diesem Projekt kann sich das deutsche Team wie zuvor bei den vier Spielen in Halle/Westfalen sicher sein: Für die Halbfinals am Freitag sind 6.000 Tickets verkauft, der Finaltag am Sonntag ist ausverkauft.

Das ist durchaus bemerkenswert für eine Randsportart, ebenso bis zu 600.000 Zuschauer an den TV-Bildschirmen bei der Live-Übertragung des Viertelfinales gegen Kroatien (Bericht) auf SPORT1.

"Davon habe ich für meine Mädels immer geträumt. In der Türkei, Polen oder Japan müssen sie immer 1000 Autogramme geben und in Deutschland hat sie niemand gekannt. Es ist schön, dass sich das jetzt ändert", meinte der Chefcoach.

Selbst die zweistündige Verspätung bei der Anreise wegen eines Triebwerksschadens in ihrem Zug steckten die deutschen Volleyballerinnen locker weg.

DFB-Angebot abgelehnt

Eigentlich sollten die deutschen "Schmetterlinge" ja im Luxusbus von Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger Co. zur Finalrunde der Heim-EM nach Berlin reisen.

Doch sie lehnten das vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) angebotene Gefährt ab.

Und ein Fan hatte auf der Verbandswebseite eine Idee, warum: "Dass die Mädels nicht den Bus der Fußballer genommen haben sehe ich als gutes Omen. Schließlich will man ja nicht Dritter werden!"

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