Halbfinal-Gegner Belgien bescheinigt SPORT1-Kolumistin Hübner ein homogenes Team. Den Männern empfiehlt sie Anschauungsunterricht.

Hallo Volleyballfreunde,

Mittlerweile sind alle in Berlin eingetrudelt. Die einen mit dem Bus, die anderen mit dem Zug oder sogar mit dem Flugzeug.

Nach der Zwischenrunde in Zürich und Halle, wo es sich unsere Mädels lange gemütlich machen konnten, gilt es jetzt, sich schnell in der neuen Halle in Berlin einzuleben.

Das Feld ist immer gleich groß, doch das Licht, die Sicht und das Gefühl müssen stimmen.

Aber ich habe mir sagen lassen, das es sich in der Max-Schmeling-Halle sehr gut spielen lässt. Und auch das Publikum ist volleyballtechnisch gut geschult.

So wird die heutige Stimmung sicherlich nix aus der Vorrunde vermissen lassen.

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Ich freue mich schon auf die packenden Halbfinals.

Schon im Viertelfinale konnte man sehen, dass die Anfangsnervosität der Vorrunde verschwunden ist und alle Teams ihr Niveau steigern konnten.

Die Russinnen mit Ihrer Athletik fand ich sehr beeindruckend und ich bin gespannt, wie die Serbinnen diese langen Mädels schlagen wollen.

Die amtierenden Europameisterinnen mussten als einziges Halbfinalteam zu Beginn der EM eine Niederlage einstecken, doch auch sie sind von Spiel zu Spiel stärker geworden.

Die Belgierinnen mussten schon das ein oder andere knappe Spiel meistern.

Im Viertelfinale verloren sie fast gegen Außenseiter Frankreich, kommen aber ebenso wie die Russinnen und unsere Mädels mit einer weißen Weste nach Berlin.

Persönlich habe ich die Belgierinnen noch nicht oft gesehen.

In den letzten Jahrzenten waren sie nicht gerade an der Spitze im Volleyball zu finden, doch nun scheint sich eine neue Generation auf den Weg zu machen.

Belgiens Mannschaft hat viele junge Spielerinnen, die in ihrer Juniorinnenzeit Europameisterinnen wurden und natürlich ein paar obligatorische "Oldies".

Zusammen bilden sie eine homogene Truppe, die schon zu Beginn der Euroliga für jede Menge Überraschungen sorgte und dort hinter Deutschland Platz 2 belegte.

Insgesamt 5 Mal trafen das belgische und deutsche Team diesen Sommer schon aufeinander.

Während die ersten 2 Partien an die Belgierinnen gingen, konnten sich die Deutschen die letzten 3 Spiele durchsetzen.

Es waren häufig knappe Spiele und ich hoffe, der Trend der letzten Spiele setzt sich fort.

Ein Belgier, der dieses Geschehen ebenfalls mit Interesse verfolgen wird, ist der aktuelle Bundestrainer der Volleyball-Männer, Vital Heynen.

Er und sein Co-Trainer bereiten die Männer-Nationalmannschaft in Kienbaum auf ihre noch bevorstehende EM (20.9.-30.9.13) vor.

Sie werden anschließend nach Berlin kommen und beobachten, was sie sich von den Damen noch abschauen können.

Ein heutiger Sieg wäre ein Traum, eine Medaille somit sicher. Und bei dieser Kulisse ist wirklich alles möglich.

Ich drücke unserem Team die Daumen, dass es sich konzentriert, Punkt für Punkt, Satz für Satz durchsetzen kann.

Und dann können sie morgen, das letzte Mal, die Kulisse so richtig genießen.

Außerdem könnte dann auch die gesamte Männer-Nationalmannschaft zum Anfeuern vorbeikommen. Dann kann ja nun wirklich nix mehr schiefgehen.

Sport frei!

Eure Angelina

Angelina Hübner (geb. Grün), die bekannteste deutsche Spielerin der vergangenen Jahre, begleitet zusammen mit Kommentator Dirk Berscheidt als SPORT1-Expertin die Spiele der Volleyball-EM. Die Außenangreiferin bestritt 297 Länderspiele für Deutschland und war als Spielführerin Dreh- und Angelpunkt der Nationalmannschaft. Zuletzt führte Hübner die DVV-Frauen 2011 in Italien und Serbien zu EM-Silber. Mit Foppapedretti Bergamo holte die 33-Jährige zwei Mal die italienische Meisterschaft und zwei Mal die Champions League. Die Wahl zur Volleyballerin des Jahres gewann Hübner von 2000 bis 2008 ? neun Mal in Folge.

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