Die DVV-Frauen stehen nach einem wahren Thriller im Finale der EM. Gegen Belgien dreht das Guidetti-Team einen 0:2-Rückstand.

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Berlin - Das Daumendrücken des neuen IOC-Präsidenten hat geholfen: Vor den Augen von Thomas Bach sind die deutschen Volleyballerinnen beim Heimspiel nach einem dramatischen Kraftakt ins Finale (Sa., ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gestürmt und greifen nach dem ersehnten ersten EM-Titel einer gesamtdeutschen Mannschaft.

Die Auswahl von Bundestrainer Giovanni Guidetti setzte sich im Halbfinale in Berlin nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 (18:25, 20:25, 25:21, 25:21, 15:11) gegen Belgien durch.

Margareta Kozuch war nach dem nervenaufreibenden Match völlig losgelöst. "Ich habe keine Worte. Ich weiß nicht, ob ich lachen, weinen, springen oder mich hinlegen soll. Wir wollten es nicht zulassen, dass Belgien unser Finale spielt. Ich bin fix und fertig." sagte die 26-Jährige bei SPORT1.

Russland wartet

Im Traumfinale der Europameisterschaft wartet der ebenfalls noch ungeschlagene Weltmeister Russland, das Serbien schlug (News).

Die deutschen "Schmetterlinge" hatten im ersten Satz unerwartete Probleme und waren ungewohnt nervös - nicht gerade zur Freude der 7131 Zuschauer, zu denen auch Bach gehörte.

Bach im Publikum

Der 59-Jährige war im "Hexenkessel" Max-Schmeling-Halle erstmals nach seiner Wahl zum Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am vergangenen Dienstag in Buenos Aires wieder Gast einer Sportveranstaltung und ließ sich trotz aller Neutralität zeitweise von der mitreißenden Atmosphäre anstecken. "Meine Wahl war fast so nervenaufreibend wie das Spiel", sagte Bach am Hallenmikrofon.

Bei SPORT1 erklärte Bach vor der Partie, dass er "seit vielen Jahren bekennender Volleyball-Fan" sei.

Deutscher Stotterstart

Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) schien die Strapazen der letzten Tage und die chaotische Anreise nach Berlin nicht so leicht weggesteckt zu haben und verlor den ersten Satz gegen den Weltranglisten-39. mit 18:25.

In der Hauptstadt war das deutsche Team am Donnerstag erst mit zweistündiger Verspätung angekommen, ein Getriebeschaden hatte den Zug lahmgelegt und so für reichlich Verzögerung gesorgt.

Bilanz positiv

Das Halbfinal-Match war bereits das sechste Duell der beiden Teams in diesem Jahr. Die DVV-Frauen hatten zuvor drei Vergleiche gewonnen, taten sich auf dem Weg zum Erfolg Nummer vier gegen die mutigen Belgierinnen aber weiter schwer.

Auch eine zwischenzeitliche Führung von vier Punkten reichte nicht, um den Satzausgleich zu schaffen. European-League-Finalist Belgien steigerte sich erneut und gewann den Abschnitt mit 25:20.

Tolle Moral

Trotz Rückstandes kämpften sich Guidettis Schützlinge im dritten Satz bravourös zurück und schafften durch das 25:21 zunächst den Anschluss, um nach einer wahren Energieleistung mit dem erneuten 25:21 bei ohrenbetäubendem Lärm den Ausgleich nach Sätzen zu schaffen.

Vor zwei Jahren stand das Team bei der EM in Italien zuletzt im Endspiel, dort setzte es gegen Serbien allerdings eine Niederlage. Dass es nicht erneut zu diesem Duell kommt, verhinderte Rekord-Europameister Russland mit einem beeindruckenden 3:0 (25:23, 25:19, 25:12) im zweiten Halbfinale gegen die Südosteuropäer. Die Russinnen haben vor dem mit Spannung erwarteten Finale im gesamten Turnier erst zwei Sätze abgegeben.

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