Nach dem Kraftakt gegen Belgien wartet im Finale der Weltmeister. Kult-Coach Guidetti verspricht eine "24-Stunden-Party".

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Von der Volleyball-EM berichtet Lars Becker

Berlin - Der Jubel nach dem grandiosen 3:2-Kampfsieg im Halbfinale gegen Belgien (Bericht) war bei den deutschen "Schmetterlingen" so heftig wie kurz. Direkt nach dem Spiel schwor sich das laut Bundestrainer Giovanni Guidetti "beste Team der Welt" auf das große Finale am heutigen Samstag (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) gegen Weltmeister Russland ein.

"Wir wollen Gold! Russland mag uns physisch überlegen sein, aber sie können nicht so kämpfen wie wir", sagte Angreiferin Maren Brinker: "Diese Mannschaft bricht auch mal auseinander, wir sind als Team unschlagbar."

Vor Beginn der EM hatten sich die deutschen Volleyballerinnen gemeinsam den Film "Projekt Gold" über den Titelgewinn der deutschen Handballer bei der Heim-WM 2007 angeschaut, jetzt wollen sie ihr Erfolgsmärchen bei der Heim-EM mit einem Happy-End krönen.

Russland als gutes Omen

"Natürlich wird das ein ganz schweres Spiel gegen Russland. Aber meine Mädels sind einfach nicht normal, und deshalb glaube ich, dass wir es schaffen", meint Chefcoach Guidetti.

Dass es im mit 8500 Fans ausverkauften Finale gegen Rekord-Europameister Russland geht, der im anderen Halbfinale Titelverteidiger Serbien mit einem 3:0 entthront hatte, ist durchaus ein gutes Omen. Bei den bisher zwei deutschen EM-Goldmedaillen 1983 und 1987 gewann die DDR im Finale jeweils 3:2 gegen Russlands Vorgängerstaat Sowjetunion.

Wie das deutsche Team sind die Russinnen mit fünf Siegen durchs Turnier marschiert, haben bisher nur beim 3:1 in der Vorrunde gegen Kroatien kurz gewackelt. Die nach dem Abschied der Weltstars Jekaterina Gamowa und Ljubow Sokolowa neu aufgebaute Truppe ist in Block und Angriff überragend, in der Abwehr dagegen verwundbar.

Revanche für den Grand Prix?

Beim Grand Prix hatte das deutsche Team im bislang einzigen Duell beider Teams in diesem Jahr schon 2:0 geführt, dann aber noch 2:3 verloren. Diesmal soll jedoch der große Coup gegen den Rekord-Europameister gelingen.

"Jetzt wollen wir natürlich erst recht Europameister werden. Wir wissen ja auch, dass uns die Zuschauer wieder tragen werden", sagt Corina Ssuschke-Voigt SPORT1. Tatsächlich war Belgiens Coach Gert Vande Broek nach dem bitteren 2:3 im Halbfinale überzeugt, "dass die Zuschauer das Spiel entschieden haben".

0:2 hatte das deutsche Team zurückgelegen, weil der Erfolgsdruck wie Beton auf die Schultern drückte. Doch die Mannschaft kämpfte mit der Unterstützung der 7200 Fans selbst in scheinbar aussichtslosen Situationen wie beim 9:14 im vierten Satz wie verrückt um die Erfüllung ihres Traums und wurde belohnt.

Auch Bach beeindruckt

So viel Kampfgeist beeindruckte selbst "Olympia-Gott" Thomas Bach, der zum ersten Mal nach seiner Wahl zum IOC-Präsidenten auf der Tribüne saß. "Diese Mannschaft ist wirklich ein eingeschworener Haufen", meinte Bach und bekannte: "Richtig Volleyball gespielt habe ich nicht, das ist sicherlich schon meiner Körpergrößte geschuldet. Aber ich bin seit Jahren ein bekennender Volleyball-Fan."

Davon gibt es in Deutschland durch die packenden Auftritte der Schmetterlinge bei dieser EM immer mehr. Der vor den Titelkämpfen gestartete Fanclub hat bei Facebook schon über 6000 Likes, live werden am Ende insgesamt 40.000 Zuschauer bei den deutschen Spielen dabei gewesen sein und die TV-Liveübertragungen bei SPORT1 haben ein Millionenpublikum erreicht. Mit dem Einzug ins Finale ist neben der Silbermedaille auch das Ticket für die WM 2014 in Italien schon jetzt gesichert.

Nach Sieg im Dirndl

Aber die die "Europameister der Herzen" wollen Gold. Zum einen, weil sie , wie Guidetti ankündigte, gemeinsam eine "24-Stunden-Siegesparty" nach dem Finale feiern wollen.

Zum anderen, weil sie heiß aufs Oktoberfest sind: Verbandschef Thomas Krohne hat alle im Fall des Titelgewinns auf die Wies?n eingeladen, Dirndl für die Spielerinnen und Lederhose für den Italiener Guidetti inclusive.

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