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Die deutsche Nationalmannschaft erreichte bei Olympia in London 2012 Platz fünf © imago

Nach dem Sieg über Russland wartet mit Bulgarien der nächste harte Brocken auf das Heynen-Team. Tischer gibt sich angriffslustig.

Gdingen - Zeit zum Jubeln blieb nur wenig, viel zu nah war bereits das nächste Spiel:

Nach dem grandiosen 3:0 (25:20, 25:23, 25:19)-Erfolg der deutschen Volleyballer gegen Olympiasieger Russland richtete sich der Blick von Georg Grozer junior und Co. bereits wieder nach vorne.

"Der Sieg ist ein schöner Schritt, doch jetzt gilt es, sich auf das nächste Spiel gegen Bulgarien zu konzentrieren, sonst war es nur eine schöne Momentaufnahme", erklärte der Diagonalangreifer auf der Verbands-Homepage mit Blick auf die Partie am Samstag gegen den Weltranglisten-Neunten (ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Und Zuspieler Simon Tischer kündigte vollmundig an: "Das war nicht der letzte Sieg bei dieser EM."

Coach Heynen überfragt

Dass das Team von Bundestrainer Vital Heynen den haushohen Favoriten derart in die Schranken weisen würde, war so nicht abzusehen, musste die deutsche Auswahl doch ohne ihren verletzten Kapitän Jochen Schöps antreten.

Umso überraschter zeigte sich der belgische Coach.

"Das war das beste Spiel in den letzten beiden Jahren. Ich habe den Spielern direkt nach dem Sieg gesagt, dass ich nicht weiß, wieso sie das Match gewonnen haben", sagte Heynen: "Vor einer Woche waren wir noch so schlecht, und jetzt so gut. Russland bleibt Favorit, wir haben sie nur erwischt, als sie nicht voll fokussiert waren."

Tschechien wartet zum Abschluss

Nach dem Sieg ist die deutsche Auswahl schon so gut wie sicher in der K.o.-Runde und darf sogar vom direkten Einzug ins Viertelfinale träumen.

Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für die Runde der letzten Acht.

Zum Abschluss der Gruppenphase trifft das Heynen-Team auf den vermeintlich leichtesten Gegner Tschechien (Sonntag/15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Furioser Beginn

Die Deutschen begannen furios und gingen mit fünf Punkten Vorsprung in die erste technische Auszeit.

Das Team um Ersatz-Spielführer Christian Fromm agierte hochkonzentriert, der Gegner um den 2,18-m-Hünen Dimitri Musersky kam zu Beginn nicht in die Partie.

Doch dann profitierte der Favorit von einigen leichteren Fehlern der Deutschen und glich aus. Heynen nahm daraufhin eine Auszeit und stabilisierte sein Team.

Der deutsche Block stand gegen die vielleicht beste Angriffsreihe der Welt hervorragend, der nach einer Schulter-Operation wieder genesene Grozer schlug der russischen Defensive die Bälle nur so um die Ohren und Deutschland holte sich den ersten Satz.

Gnadenlos durchgezogen

Die Russen waren nun im zweiten Durchgang gefordert, doch die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) nutzte gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner jede Chance und machte es dem Weltliga-Sieger nicht leicht.

Der wechselte seinen Libero, kam aber trotzdem nicht richtig ins Spiel. Das Heynen-Team verwandelte den zweiten Satzball zur 2:0-Führung.

Im dritten Satz ließ sich die deutsche Mannschaft durch die russische Anfangsoffensive nicht beeindrucken und zog ihr Spiel gnadenlos durch.

Wütender Woronkow

Fünf Punkte in Folge zum 6:3 zwangen Russland in eine erste Auszeit, Trainer Andrej Woronkow redete wütend auf sein Team ein. Doch der Weltranglisten-Zweite fand gegen die DVV-Auswahl kein Mittel.

Die anderen drei Vorrundengruppen werden in Odense (A), Danzig (B) und Herning (D) ausgetragen. Die Halbfinals und das Finale finden am 28. und 29. September im Parken-Stadion in Kopenhagen statt.

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