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Georg Grozer (l.) setzt gegen die Bulgaren erneut wichtige Glanzpunkte © imago

Nach den beiden Auftaktsiegen peilen die deutschen Volleyballer bei der EM in Polen nun die direkte Viertelfinal-Quali an.

Gdingen - Mit zwei Siegen gegen dicke Brocken haben die deutschen Volleyballer einen Sahne-Start in die EM hingelegt, nun winkt das Viertelfinale - und das sogar als Gruppensieger.

Um sich direkt für das Viertelfinale zu qualifizieren, braucht das deutsche Team in seinem abschließenden Vorrundenspiel (ab 14.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen Tschechien nur noch einen 3:2-Sieg.

Durch die Playoff-Teilnahme hätte die Mannschaft um Interims-Kapitän Simon Tischer die erste Zielvorgabe beim Turnier in Polen und Dänemark bereits erreicht und zugleich erfolgreich Revanche für das bittere Viertelfinal-Aus beim Olympia-Turnier 2012 in London genommen.

"Disziplin und Durchhaltevermögen"

Am Samstag, einen Tag nach dem Sensationserfolg gegen Olympiasieger Russland, hatte das Team von Bundestrainer Vital Heynen in einer spannenden Partie den Weltliga-Vierten Bulgarien knapp mit 3:2 (36:24, 20:25, 21:25, 25:23, 15:9) besiegt und sich den Einzug in die K.o.-Runde gesichert.

"Das war der zweite Sieg bei der EM gegen eine zweite große Mannschaft, einen dritten hatten wir schon unter der Woche gegen Italien. Wir stehen nicht nur für Disziplin und gute Abwehrarbeit, sondern auch für Durchhaltevermögen", sagte Heynen.

Nun darf das verjüngte Team, das sich erneut durch seine Nervenstärke und seinen Kampfgeist auszeichnete, sogar von der Finalrunde in Kopenhagen träumen.

Grozer bester Punktelieferant

Sollte Deutschland die Vorrunde als Gruppenerster abschließen, bekommt es das Team im Viertelfinale mit dem Sieger der Begegnung zwischen dem Dritten der Gruppe D und dem Zweiten der Gruppe B zu tun.

Dort kämpfen Co-Gastgeber Polen, Frankreich, die Slowakei und die Türkei um die Qualifikation für die K.o.-Phase.

Diagonalangreifer Georg Grozer, der in der Auftaktpartie gegen den Olympiasieger mit 21 Zählern bester Punktelieferant seiner Mannschaft war, setzte gegen die Bulgaren erneut wichtige Glanzpunkte.

Fehler im Aufschlag

Zu Beginn entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für das Heynen-Team. Doch besonders Bulgariens Diagonalangreifer Zwetan Sokolow bereitete der deutschen Abwehr Probleme, und Fehler im Aufschlag ließen Grozer und Co. in Rückstand geraten.

Heynen zog die Reißleine, fand die richtige Ansprache, und seine Schützlinge blieben dran. Am Ende hatte das deutsche Team in einem nervenaufreibenden Satz das bessere Ende für sich: Grozer verwandelte den achten Satzball mit einem Ass.

Im zweiten Durchgang agierte die deutsche Auswahl sehr hektisch, in der Annahme funktionierte wenig, und Bulgarien zog davon.

Zwischenzeitlich lag der Olympiavierte acht Zähler in Führung. Doch dann bissen Heynens Spieler sich in die Partie zurück und holten sich das nötige Selbstvertrauen für den nächsten Satz.

"Wir spielen scheiße"

Mit einem starken Block gestaltete die deutsche Mannschaft den dritten Durchgang lange offen, Bulgarien unterliefen jetzt auch einige Aufschlagfehler.

Doch Grozer und Co. konnten daraus kein Kapital schlagen und mussten den Satz abgeben. "Wir spielen scheiße", fand auch Heynen in der Auszeit klare Worte.

Sein dazugehöriger Appell zu einer Steigerung zeigte allerdings Wirkung. In der entscheidenden Phase stabilisierte sich sein Team, gab die entsprechende Antwort und sicherte sich mit dem Ausgleich zum 2:2 zumindest einen Punkt.

Im Tie Break hatte die DVV-Mannschaft dann das bessere Ende für sich. Denis Kaliberda verwandelte den Matchball.

Gruppensieger direkt weiter

Am Samstagabend kehrte Olympiasieger Russland nach dem blamablen 0:3 zum Auftakt mit einem standesgemäßen 3:0 (25:22, 25:17, 25:10) gegen Finnland in die Erfolgsspur zurück.

Russland liegt jetzt mit drei Punkten auf dem dritten Platz hinter den Deutschen (5) und Bulgarien (4).

Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für das Viertelfinale am Mittwoch.

Die zweit- und drittplatzierten Mannschaften spielen am Dienstag in den Playoffs die Gegner der Gruppenersten aus.

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