Deutschland will mit Bulgarien die vorletzte Hürde zur EM-Medaille überspringen. Libero Tille sagt SPORT1, worauf es ankommt.

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Von Daniel Gahn und Michael Spandern

München - Die Medaillenrunde ist in Sicht, der Gegner wie jüngst bewiesen schlagbar.

Die deutschen Haudraufs können mit einem erneuten Sieg gegen Bulgarien (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, GRATIS-LIVESTREAM und LIVE-TICKER) den Sprung ins Halbfinale schaffen und ab Samstag im Final Four in Kopenhagen um das erste Edelmetall ihrer Geschichte spielen.

"Wir spielen locker und nicht verkrampft wie es andere Teams tun. Das ist unsere größte Stärke", benennt Ferdinand Tille bei SPORT1.fm den vielleicht entscheidenden Vorteil des Teams von Bundestrainer Vital Heynen.

Revanche fürs Viertelfinale von London

Der hat seinen Mannen nach vollendetem Gruppensieg einen Tag frei gegeben "und gesagt, dass wir den Kopf frei kriegen sollen und an etwas anderes denken sollen als Volleyball", erläutert Libero Tille. "Er sieht alles sehr locker, und das geht auf die Mannschaft über."

So locker wie beim 3:0 gegen die Tschechen am Sonntag wird es aber nicht gehen gegen die Bulgaren, die es Deutschland schon beim Tiebreak-Krimi am Samstag enorm schwer gemacht haben.

"Wir haben gegen sie schon oft genug verloren", verweist Tille auf die Erfahrungen aus der Weltliga oder den Olympischen Spielen, als die Balkan-Riesen der DVV-Auswahl den Halbfinal-Einzug mit 3:0 verbaute.

Sokolov trägt die Hauptlast

Diesmal aber ist Deutschland in der Pole-Position, zumal sich der vom Italiener Camilo Placi trainierte Gegner gestern fünf harte Sätze lang mit Gastgeber Polen ums Weiterkommen streiten musste.

"Dass sie das Spiel noch gedreht haben, hat mich schon überrascht", meint Annahmespezialist Markus Steuerwald.

Der Verschleiß könnte sich auch beim Star der Bulgaren bemerkbar machen: Hauptangreifer Tswetan Sokolow, 2,06 Meter groß, musste 35 Punkte beisteuern. Auch in der Vorrunde gegen Deutschland trug er mit 28 Punkten die Hauptlast.

Schöps noch nicht bei 100 Prozent

"Sokolov ist ein sehr dominanter Spieler, der viele wichtige und schwierige Bälle macht. Ihn ein bisschen zu bremsen, ist schon wichtig", urteilt Kapitän Jochen Schöps.

Der steht Heynen nach auskurierter Bauchmuskelverletzung wieder parat, doch Tille weiß: "Er wird sicher noch nicht bei einhundert Prozent sein. Aber er kann uns schon allein durch seine Erfahrung helfen und gibt uns eine weitere Möglichkeit, im Angriff noch variabler zu sein."

Auch in den Bereichen Block und Aufschlag weisen die Deutschen bislang die klar besseren Werte als die Bulgaren auf. Verlassen werden sie sich einmal mehr auf den gewaltigen Hammer von Georg Grozer, der mit 156 Punkten bislang fünftbester Angreifer des Turniers ist.

Fünfter oder Sechster? "Das hatten wir schon mal"

Doch Tille warnt vor verfrühter Euphorie: "Wir wissen, dass wir noch nichts geschafft haben. Wenn wir das Viertelfinale verlieren, werden wir wieder nur Fünfter oder Sechster. Das hatten wir schon mal, wir wollen jetzt unbedingt ins Halbfinale."

Titelträume sind aber keineswegs tabu: "Wir müssen schauen, dass wir unseren Spielfluss finden - dann ist alles möglich", meint der Haching-Rückkehrer.

Und er tönt: "Einen Angstgegner haben wir nicht. Aber ich denke, dass es genug Mannschaften gibt, die Angst haben, gegen uns zu spielen."

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