Deutschlands Volleyballer können nach den ersten beiden Weltliga-Auswärtssiegen seit sieben Jahren von der Endrunde in der Königsklasse träumen. Das Team um den weltbesten Punktesammler Georg Grozer triumphierte im Hexenkessel von Catamarca mit 3:1 (34:32, 25:18, 18:25, 30:28) und 3:0 (25:20, 25:20, 25:22) gegen Gastgeber Argentinien.

"Es war unglaublich wichtig, beide Siege mit jeweils drei Punkten einzufahren", sagte Bundestrainer Raul Lozano, selbst Argentinier: "Ich bin stolz auf meine Mannschaft." Das kann er auch sein, denn Deutschland hat in seiner Comeback-Saison bei Halbzeit der Vorrunde vier Siege und zwei Niederlagen auf dem Konto. Das Team liegt mit zwölf Punkten als Zweiter der Vorrundengruppe D nur noch knapp hinter Kuba (13), das mit dem 0:3 gegen Europameister Polen seine erste Niederlage kassierte.

Am Freitag und Samstag in Trier hat das Team beim Gipfeltreffen mit Kuba die Chance, die Spitzenposition zu erobern. Der Gruppensieger und der beste Gruppenzweite der vier Vorrundenpools qualifizieren sich neben Gastgeber Argentinien für die Endrunde der besten Sechs im Juli in Cordoba. Das Finale um die Siegprämie von einer Million Dollar ist das erklärte Ziel von Kapitän Björn Andrae: "Wir wollen nach Cordoba."

Bei der ersten "Dienstreise" nach Argentinien zeigten sich die deutschen Volleyballer bestens erholt von den beiden klaren Niederlagen am vorherigen Wochenende auf Kuba. "Wir haben die nötige Aggressivität gezeigt und die nötigen zwei Siege eingefahren", sagte Andrae. In beiden Spielen bester Punktesammler war mit insgesamt 44 Zählern einmal mehr Hauptangreifer Grozer, der die Führung in der Liste der besten Punktesammler der Weltliga übernahm.

Im ersten Spiel war sein Team in allen Belangen überlegen und feierte den ersten Weltliga-Auswärtssieg seit dem 29. Juni 2003 (3:1 in Italien). Das zweite Spiel wurde zur Nervenschlacht vor 6000 heißblütigen Fans. Im ersten Durchgang wehrten Grozer und Co. fünf Satzbälle ab und gingen doch noch 1:0 in Führung.

Als Max Günthör im entscheidenden Durchgang mit einem Aufschlagnetzroller den fünften Matchball zum 30:28 verwandelte, rasteten einige argentinische Spieler und Betreuer aus und attackierten das Schiedsgericht. Die deutschen Spieler wurden von ihrem Coach sofort in die Kabine geschickt, um nicht in die Tumulte verwickelt zu werden.

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