Bundestrainer Raul Lozano hat sich vor der Partie gegen Russland in der Weltliga (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) über die Struktur im deutschen Volleyball beschwert.

"Der deutsche Volleyball braucht bessere Trainer", erklärte er in einem Interview mit der "Berliner Zeitung".

Lozano bemängelte dabei die mangelhafte Ausbildung der Coaches. "Ich kenne keinen Trainer, der mal ein oder zwei Jahre an internationalen Kursen teilgenommen hat", stellte er klar.

Auch die Liga bekam ihr Fett weg. "In Deutschland spielen wenig qualitativ gute Ausländer. Zum gleichen Preis könnte man bessere Spieler finden. Die gibt es: in Brasilien, in Venezuela, in Puerto Rico und in Argentinien", meinte der 54-Jährige.

Ausländische Spieler seien wichtig, damit "die jungen Talente Vorbilder haben", da die Entwicklung der heimischen Akteure stagniert. "Im Bundesliga-Finale zwischen Friedrichshafen und Berlin waren unter den zwölf Stammspielern nur zwei Deutsche: Felix Fischer und Marcus Böhme. Das ist überhaupt nicht gut. Da läuft etwas schief", entzürnte sich Lozano.

Der Nationalcoach hat auch gleich Verbesserungsvorschläge parat: "Die Klubs, die Liga, der Verband und die Nationaltrainer müssen sich an den runden Tisch setzen. Wir sollten uns auf vier, fünf Prioritäten verständigen, wie man den deutschen Volleyball entwickeln kann."

Dabei solle es auch um Weiterbildungskurse für die Trainer gehen. "Der Schlüssel ist: Volleyball richtig lehren. In Deutschland sehe ich diese Leidenschaft nicht, sich weiterzubilden", stellte Lozano fest.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel