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Moritz Oeler war in der Saison 2007/2008 Bundesliga-Torschützenkönig © getty

Die DSV-Wasserballer wollen ihr Image besonders durch Erfolg ins rechte Licht rücken. Aber auch ein Starfotograf hilt mit.

Shanghai - Ein Promi-Fotograf hat sie bereits ins rechte Licht gerückt, jetzt wollen sie auch im WM-Becken ein gutes Bild abgeben:

Die deutschen Wasserballer arbeiten an einem neuen Image.

"Sie sind hübsche, intelligente Burschen im heiratsfähigen Alter", sagt Bundestrainer Hagen Stamm, "warum sollen wir nicht sagen: Es sind sexy Jungs?"

Die Zeiten der "Wildsäue" und "Partykönige" sind vorbei, mit Sex-Appeal will das deutsche Team für sich werben - aber auch mit sportlichen Erfolgen (NEWS: Das deutsche WM-Aufgebot).

"Das Publikumsinteresse kommt erst, wenn wir um Medaillen spielen", sagt Michael Zellmer, der erste hauptamtliche Teammanager, "unser Ziel muss es sein, es mal ins Halbfinale zu schaffen."

Am besten schon bei der WM in Shanghai, bei der Deutschland zum Auftakt am Montag auf den Olympia-Zweiten USA trifft (SPORT1-Tipp König : Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen!).

Eastwood-Fotograf lichtet DSV ab

Zellmer hat die neue Imagekampagne angeschoben. Ein Werbefilm wurde zusammen mit dem ehemaligen Nationalspieler Dirk Klingenberg und dem Hauptsponsor (Nordsee) bereits produziert, die Internetseite aufpoliert, professionelle Partner in Sachen Vermarktung geholt.

Und kurz vor der WM setzte noch der Fotograf Immo Fuchs, der schon Hollywood-Stars wie Clint Eastwood und Cate Blanchett ablichtete, die Spieler um Kapitän Marc Politze in Szene.

"Wir wollen neben den anderen Mannschaftssportarten eine Nische besetzen", erklärt Zellmer, "damit wir auch ein kleines Stück vom Kuchen abbekommen."

Sieg gegen den Weltmeister

Das Problem ist natürlich, dass die sportlichen Erfolge lange zurückliegen. Die letzte WM-Medaille (Bronze) holte Bundestrainer Stamm 1982 noch als Spieler.

Zwei Jahre später wiederholten der Berliner und seine Kollegen bei den Olympischen Spielen in Los Angeles diesen Erfolg. 1989 wurden sie noch einmal Europameister, danach gingen die deutschen Wasserballer baden.

Seit Stamm Bundestrainer ist, geht es langsam wieder nach oben.

"2001 haben wir gegen die kroatischen Junioren verloren - gegen Kinder", erinnert er sich: "Jetzt haben wir Anfang des Jahres Weltmeister Serbien geschlagen."

Für eine solche Überraschung sind die DSV-Wasserballer immer häufiger gut. "Wir haben gegen jeden auf der Welt eine Chance", behauptet Stamm, "und das wissen die Jungs mittlerweile auch."

Die Professionalität steigt

Es fehlt allerdings die Konstanz, deshalb schied das Team in der Weltliga-Vorrunde trotz Siegen in Serbien und bei Vize-Weltmeister Spanien aus.

Deshalb gab es in der WM-Vorbereitung zwar ein 10:9 gegen die Spanier, aber auch ein peinliches 3:7 gegen die zweitklassigen Griechen. Und deshalb will der Bundestrainer auch nur das WM-Viertelfinale als Ziel ausgeben.

Das Umfeld ist in den vergangenen Jahren deutlich professioneller geworden. Neben Manager Zellmer unterstützen ein Krafttrainer, ein Video-Coach sowie ein Physio- und Ärzteteam Stamm.

Dank zwölf Stellen in der Sportfördergruppe der Bundeswehr sind die meisten Leistungsträger der Mannschaft "im Prinzip Vollprofis", bestätigt Zellmer.

"Man kann doch sexy sein"

Und die WM-Vorbereitung, die Ende Mai mit einem Trainingslager in Bayern begann, war mit dem Vier-Länder-Turnier in Budapest und der Akklimatisierung in Singapur nicht weniger professionell als die der Fußballer.

In Shanghai will sich das Team nun sportlich ins rechte Licht rücken - und auch mit neuem Image alte Gewohnheiten nicht ganz ablegen.

"Man kann doch sexy sein und feiern", findet Stamm, "dann freuen sich die Teilnehmerinnen."

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