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Die Deutschen Wasserballer scheiterten im Viertelfinale an Favorit Serbien mit 4:9 © getty

Mit WM-Platz acht erreichen die deutschen Wasserballer ihr Minimalziel. Für das DSV-Team ist Olympia 2012 akut in Gefahr.

Schanghai - Heiß und hochmotiviert waren die deutschen Wasserballer nach Schanghai gekommen, ausgebrannt und urlaubsreif reisen sie wieder ab.

"Wir sind vollkommen fertig", sagte Kapitän Marc Politze nach dem 5:8 (3:4, 1:3, 1:1, 0:0) im abschließenden Platzierungsspiel gegen Montenegro, mit dem die DSV-Auswahl das Turnier auf Rang acht beendete.

"Das Minimalziel haben wir erreicht. Aber für die Olympia-Qualifikation stehen wir nun vor einem steinigen Weg", sagte Bundestrainer Hagen Stamm.

Olympia-Quali in Gefahr

Statt der ersten WM-Medaille seit 1982, die in Schanghai das vorzeitige Olympia-Ticket bedeutet hätte, ist das große Ziel London nun ernsthaft in Gefahr.

"Ich kann der Mannschaft keine Vorwürfe machen. Sie hat alles gegeben. Entscheidend war die Verletzungsproblematik", sagte Stamm und fügt an: "Wenn die nicht gewesen wäre, hätten wir gute Chancen auf das Halbfinale gehabt."

Die Personalsorgen zogen sich wie ein roter Faden durch das Turnier.

Großes Verletzungspech

Stammtorhüter Alexander Tchigir plagten Adduktorenprobleme, die Schulter von Abwehrchef Florian Naroska konnte selbst ein chinesischer Mediziner nicht heilen.

Vor dem Spiel um Platz sieben meldeten sich auch Andreas Schlotterbeck (Rippe) und Keeper Roger Kong (Ellbogen) angeschlagen.

"Ich habe meinem Co-Trainer schon gesagt, er soll die Badekappe rausholen", scherzte Stamm, dessen Team mit zwei Siegen gut ins Turnier gestartet war.

Knackpunkt Italien-Spiel

Dann kam die knappe Niederlage gegen Italien. Kapitän Marc Politze bezeichnete das 6:7 zum Vorrundenabschluss als "Knackpunkt". (NEWS: Mehrsport)

Statt als Gruppensieger für das Viertelfinale gesetzt zu sein, musste die DSV-Auswahl in ein Entscheidungsspiel und traf danach auf die Übermacht Serbien.

Sowohl die Italiener als auch der Titelverteidiger erreichten später das Endspiel, den Deutschen gingen dagegen in der Platzierungsrunde die Luft und das gesunde Personal aus.

Am Ende geht die Puste aus

"Solange wir noch nach oben konnten, waren wir richtig heiß", sagte Politze.

Danach ging nichts mehr. "Blöd, dass es nicht ein bisschen mehr geworden ist. Aber mit Platz acht haben wir uns wenigstens in der erweiterten Weltspitze gehalten", sagte Stamm.

In einer kurzen Erholungsphase müssen die Akkus nun wieder aufgeladen werden.

Noch drei Startplätze für London

Im Oktober spielt die Stamm-Sieben in zwei K.o. -Spielen um die EM-Qualifikation.

Dort muss sich die Mannschaft unter den besten fünf noch nicht für London qualifizierten Nationen platzieren, um ein Ticket für das entscheidende Qualifikationsturnier im April zu ergattern.

Im kanadischen Edmonton werden die letzten drei London-Startplätze vergeben. "Dieser Weg ist mindestens so schwer wie der bei der WM", sagte Stamm.

Und auch der völlig ausgebrannte Politze wusste, was ihn und seine Mitspieler nach dem Urlaub erwartet: "Das nächste Jahr wird hammerhart."

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