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Patrick Hausding tritt seit 2008 auf internationaler Ebene im Seniorenbereich an © getty

Patrick Hausding greift in Shangahi nach seinem ersten WM-Edelmetall. DSV-Direktor Buschkow stellt einen amüsanten Vergleich.

Shanghai - Ausnahmsweise blieb Patrick Hausding über Wasser.

Am Vorabend der Weltmeisterschaft in Shanghai unternahm der Doppel-Europameister mit dem Team der Wasserspringer eine Schiffstour auf dem Huang Pu.

Mit Blick auf die beeindruckende Skyline der Millionenmetropole mit ihren fast 500 Meter hohen Wolkenkratzern, die er wie die meisten seiner Kollegen eifrig im Bild festhielt, dachte der Berliner groß.

"Ich will eine Medaille, egal, wo und in welcher Farbe", sagte der 22-Jährige, der das erste Edelmetall für den deutschen Schwimm-Verband (DSV) holen soll.

"Gold wird sehr, sehr schwer. Da müssen unsere Gegner schon mal Fehler machen", meinte Hausding, der am Sonntag zusammen mit Sascha Klein im Synchronspringen vom Turm zu den Favoriten zählt (SPORT1-Tipp König : Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen!).

"Die WM schmerzt noch"

"Mit ihrem Sieg in der Weltserie haben die beiden bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze gehören", sagte Lutz Buschkow, Direktor Leistungssport beim DSV.

Gold traut der Cheftrainer der Springer dem Duo, das seit 2008 alle vier EM-Titel abgeräumt hat, zwar zu: "Aber ehrlich gesagt: Eine Medaille wäre schon viel wert."

Schließlich hat er schon einmal erlebt, dass seine Wasserspringer mit großen Erwartungen an den WM-Start gingen und dann nur Blech holten (NEWS: Das deutsche WM-Aufgebot).

"Die WM in Rom schmerzt natürlich noch", gab Buschkow zu. Vor zwei Jahren verpassten auch Hausding/Klein als Vierte denkbar knapp eine Medaille.

Mit Feck zur WM-Medaille

Diesmal ist die Zielsetzung einmal Silber und dreimal Bronze. Vorspringer Hausding ist dabei das heißeste Eisen im Feuer.

Auch beim Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett mit Stephan Feck greift er am Dienstag nach einer Medaille. Im Einzelfinale aus derselben Höhe will er am kommenden Freitag "unter die ersten Sechs" kommen.

Viereinhalbfach-Salto erstmal verschoben

Im letzten Jahr schrieb der Berliner bei der EM in Budapest Geschichte, als er als erster Springer in allen fünf Wettbewerben aufs Podest sprang.

"Wenn ich absolut fit bin, ist sowas noch mal möglich, aber nicht bei einer WM", sagte Hausding, der noch immer an einer Patellasehnenentzündung im linken Knie leidet.

Deshalb kann er mit Klein in Shanghai auch noch nicht den Viereinhalbfach-Salto vorwärts vom Turm springen: "Das konnten wir noch nicht richtig trainieren, es ist auf nächste Saison verschoben."

Bis Olympia 2012 soll der Sprung gelingen.

"Wie eine Katze"

Für Buschkow ist der Berliner Allrounder ein echtes Phänomen. "Er ist wie eine Katze, die kann man auch aus dem Fenster werfen, und sie landet immer auf den Pfoten", sagt der Chefcoach: "Patrick weiß immer, wo oben und unten ist."

Während andere entweder vom Brett oder vom Turm springen, ist Hausding aus jeder Höhe weltklasse. "Er hat zwar seine Schokoladensprünge, aber keine wirklichen Problemsprünge", erklärt Buschkow, "und er ist sehr selbstbewusst und abgebrüht."

Wertungssystem bleibt

Der Sportsoldat ist so nervenstark, dass er während des Wettkampfes immer genau mitrechnet, welchen Sprung mit welchem Schwierigkeitsgrad und welcher Haltungsnote er braucht, um sein Wunschergebnis zu erzielen.

Nicht nur einmal machte er Gold erst mit dem letzten, maßgerechten Sprung perfekt.

Dass bis einen Tag vor den WM-Wettkämpfen der Wertungsmodus im Synchronspringen noch offen war, störte ihn wenig.

"Wir müssen so oder so damit klarkommen und genauso gut springen", stellte er lapidar fest.

Am Freitag entschied die Technische Kommission, dass alles beim Alten bleibt. Das neue System, das zuletzt in der Weltserie und beim Grand Prix getestet wurde und mehr Wert auf die Qualität der einzelnen Sprünge als auf die Synchronität legt, wird erst nach Olympia eingeführt.

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