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Dieckow (h.) und Freitag holten bei der EM 2011 in Turin die Bronzemedaille © getty

Die Synchronspringerinnen übertreffen im ersten Wettbewerb ihre Erwartungen und dürfen nun auch mit Olympia 2012 liebäugeln.

Schanghai - Als Katja Dieckow auf die Anzeigetafel blickte, ärgerte sie sich kurz. Dann überwog jedoch die Freude.

"Dass wir so nah an Bronze herankommen, hätte ich nicht gedacht", sagte die 26-Jährige, nachdem sie zusammen mit Uschi Freitag zum Auftakt der Schwimm-Weltmeisterschaften in Schanghai im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett auf Platz fünf gelandet war.

"Es ist für uns beide das beste WM-Ergebnis, besser als wir es erträumt hatten. Wir sind bis auf einen klitzekleinen Fehler super durchgekommen."

Mit 299,40 Punkten verfehlten die EM-Dritten das Podest nur um 7, 50 Zähler 430625(DIASHOW: Das deutsche WM-Aufgebot).

Platz in Weltserie ergattert

"Wir dachten, eine Medaille wäre völlig utopisch", sagte die 13-malige Deutsche Meisterin, "jetzt war es doch ganz schön knapp. Wir hatten eigentlich nur mit dem sechsten Platz geliebäugelt."

Mit Rang fünf bescherte sie zusammen mit ihrer 21 Jahre alten Partnerin aus Aachen dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) nicht nur einen gelungenen WM-Auftakt, sondern qualifizierte sich auch für die Weltserie in der nächsten Saison.

Die Olympia-Quotenplätze für 2012 sicherten sich die favorisierten Chinesinnen Wu Minxia und He Zi (356,40), die überlegen das erste WM-Gold gewannen, sowie Emilie Heymans/Jennifer Abel (Kanada/313,50) und Anabelle Smith/Sharleen Stratton (Australien/306,90) auf den weiteren Medaillenrängen.

London noch in Reichweite

Um sich für London zu qualifizieren, müssen Dieckow und Freitag im Februar beim Weltcup mindestens Platz sieben erreichen.

Die erste WM-Medaille für den DSV sollen am Sonntag die Doppel-Europameister Patrick Hausding und Sascha Klein holen. Das Duo, das seit 2008 alle EM-Titel im Synchronspringen vom Turm gewann, zählt zu den Favoriten.

Mit dem Sieg in der Weltserie verschafften sich die beiden zusätzlich Respekt (Bericht: Angst bei jedem Happen).

"Farbe ist zweitrangig"

"Unser Ziel ist natürlich die langersehnte Medaille", sagte Klein, "die Farbe ist erstmal zweitrangig."

Das Duo hat noch eine WM-Rechnung offen. Vor zwei Jahren in Rom verpassten sie als Vierte das Podest. Allrounder Hausding sprang sogar zweimal ganz knapp vorbei. (NEWS: Das deutsche WM-Aufgebot)

"Unglücklicher ging es nicht", sagte der 22-Jährige. "Ich bin einmal mit einem und einmal mit zwei Punkten an einer Medaille vorbei gesprungen. Das soll uns dieses Jahr nicht passieren. Ich will mit einer Medaille nach Hause gehen."

Enttäuschung bei Feck

Im Finale vom Ein-Meter-Brett steht am Montag Pavlo Rozenberg. Der 27-Jährige belegte mit 385,40 Punkten den sechsten Platz in der Qualifikation.

"Es ging nur darum durchzukommen", sagte der Olympia-Fünfte vom Drei-Meter-Brett und wollte keine Prognose für das Finale wagen: "Von Platz drei bis zwölf ist alles sehr eng."

Rozenberg hatte den ersten Sprung wiederholt, weil ein Konkurrent kurz vor dem Absprung regelwidrig durch sein Sichtfeld gelaufen war.

Tief enttäuscht war Stephan Feck. Der 21-Jährige scheiterte mit 283,95 Zählern als 31. deutlich.

"Mit so vielen Fehlern habe ich nicht gerechnet", sagte er. An der Spitze lagen die beiden Chinesen Li Shixin und He Min deutlich vor der Konkurrenz.

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