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Sascha Klein gewann zusammen mit Patrick Hausding Silber im Synchronspringen vom Turm © getty

Deutschlands Wassersprung-Hoffnung Sascha Klein scheitert als Halbfinal-Letzter. Patrick Hausding zeigt im Finale Nerven.

Peking - Völlig niedergeschlagen stand Sascha Klein im großen "Wasser-Würfel" in Peking und verstand nach seinem Absturz vom Turm die Welt nicht mehr.

"Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. So einen Einbruch habe ich lange nicht mehr erlebt", sagte Deutschlands Wassersprung-Hoffnung nach dem abrupten Ende der Medaillen-Träume.

Mit großen Vorschusslorbeeren war Klein nach Peking gereist. Er galt als China-Schreck und sollte die perfekte Bilanz der Gastgeber verhindern. Und dann schaffte es der Aachener nicht mal in den Kreis der besten Zwölf.

Zuviel erwartet

Zwei Wochen vor seinem 23. Geburtstag endete Olympia für den Vize-Europameister auf Platz 18 - damit war er Halbfinal-Letzter.

Das, was Klein durchaus zugetraut worden war, schaffte Matthew Mitcham. Der Australier verwies mit 537,95 Zählern den Chinesen Zhou Luxin (533,15) und den russischen Weltmeister Gleb Galperin (525,80) überraschend auf die Plätze zwei und drei und verdarb China damit die Abschlussparty.

Der 19 Jahre alte Berliner Patrick Hausding belegte nach zwei verpatzten letzten Sprüngen Rang neun (448,40).

Schwierigste Serie der Welt

Während Klein nach Erklärungen suchte und doch keine fand, nahm Walter Alt, Fachsparten-Leiter im Deutschen Schwimm-Verband (DSV), den Aachener in Schutz: "Sascha hat sich wohl selbst zu viel Druck auferlegt.

Der Junge ist hier mit der schwierigsten Serie der Welt volles Risiko gegangen, das ist leider nicht aufgegangen", sagte Alt: "Aber von unserer Seite gibt es keinen Vorwurf. Ich bin sicher, dass Sascha noch eine große Zukunft vor sich hat."

Schwächen vom Brett

Durch seinen vorolympischen Weltcup-Sieg im Wassersprung-Mekka China Anfang des Jahres hatte sich Klein großen Respekt verschafft.

Auf dem 1,72 Meter großen Sportsoldaten ruhten sogar die Hoffnungen auf den ersten Olympiasieg eines deutschen Wasserspringers seit Falk Hoffmann und Martina Jäschke 1980 in Moskau für die einstige DDR.

Doch die Erwartungen konnte Klein nur beim Synchron-Silber zu Beginn mit Partner Patrick Hausding erfüllen. Schon vom 3-m-Brett an der Seite seines Teamkollegen Pavel Rozenberg zeigte er Schwächen, ehe im Einzel vom Turm der tiefe Fall folgte.

Enttäuschende Bilanz im Einzel

Damit steht Klein stellvertretend für die Springer. Dem guten Synchron-Auftakt mit Bronze durch Ditte Kotzian und Heike Fischer sowie Silber durch Klein und Hausding folgte die Ernüchterung in den Einzelwettbewerben, in denen unter anderem die WM-Dritte Christin Steuer bei ihrem letzten internationalen Auftritt im Vorkampf vom Turm scheiterte.

Dass Bundestrainer Lutz Buschkow noch in Peking von DSV-Präsidentin Christa Thiel zum Sportdirektor befördert und abkommandiert wurde, wollte Klein nicht als Entschuldigung für den Einbruch gelten lassen: "Das hat bei mir keine Rolle gespielt und mit meiner Leistung nichts zu tun."

Ziel erreicht

Buschkow hielt sich mit Kritik zurück. "Wir haben hier für die erste deutsche Medaille gesorgt und standen im Rampenlicht", sagte er und hob die positiven Aspekte hervor.

"Wir hatten uns zweimal Edelmetall und damit eine Medaille mehr als in Athen zum Ziel gesetzt. Das haben wir erreicht", so Buschkow weiter.

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