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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Ex-Ski-Trainer Walter Mayer geriet in Turin 2006 ins Visier der Doping-Ermittler © getty

Im Rahmen der Salzburger Bewerbung für Olympia 2014 kam es offenbar zu dubiosen Geldzahlungen an "Doping-Trainer" Walter Mayer.

München/Wien - Der "Kurier" schreibt vom "Waltergate in den Alpen", die Salzburger Nachrichten sprechen vom "Olympiasumpf".

Zwei Jahre nach der gescheiterten Olympiabewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014 erhält Österreich Einblick in die dunklen Machenschaften seines Spitzensports.

Weil die Affäre des bei den Winterspielen 2006 im Zentrum eines Dopingskandals stehenden Skitrainers Walter Mayer die Bewerbung zu beschädigen drohte, wurde beschlossen: "Den kauf' ma uns jetzt."

290.000 Euro an Mayer

Das berichtete Erwin Roth, Berater des österreichischen NOK (ÖOC), der Zeitung "Österreich".

Und so zahlte Roth, der als "Strategieberater" für Salzburg Lobbyarbeit betrieb, 290.000 Euro an Mayer für ein Buchprojekt.

Angeblich war es als "Redegeld" gedacht, damit Mayer über die Doping-Machenschaften in Österreich auspackt.

Bewerbung scheiterte dennoch

Doch es kann auch als Schweigegeld interpretiert werden, denn drei Tage nach Unterzeichnung des Vertrages am 5. Februar 2007 gab Mayer überraschend seinen rechtlichen Kampf gegen IOC-Präsident Jacques Rogge und den damaligen WADA-Chef Richard Pound auf.

Die beiden Sportfunktionäre hatten ihn als Dopingnetzwerker bezeichnet.

Salzburgs Bewerbung scheiterte im Juli 2007 trotzdem schon im ersten Wahlgang gegen Pyeongchang/Südkorea und das letztlich siegreiche russische Sotschi.

Dubiose Geldflüsse an Berater

Die Aufarbeitung der Pleite fördert nun pikante Details zu Tage. Es soll über einen Förderverein dubiose Geldflüsse in Höhe von 2,4 Millionen Euro gegeben haben.

Ein Teil soll für Berater wie Roth bestimmt gewesen sein, der so angeblich 829.000 erhalten haben will.

ÖOC-Präsident kündigt Rücktritt

Die Frage, wer darüber informiert war, steht nun im Mittelpunkt.

"Die Bühne des österreichischen Spitzensports gleicht einer Boxkampf-Arena, in der mittlerweile jeder gegen jeden austeilt", stellte der "Kurier" fest.

Der im Februar zurückgetretene ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth wurde vor wenigen Tagen vom ÖOC angezeigt. ÖOC-Präsident Leo Wallner kündigte zudem nach 19-jähriger Amtszeit seinen Rücktritt an.

Verbalattacken im österreichischen Fernsehen

Schwere Angriffe startete Roth am Sonntag in einer Fernsehsendung des ORF auch gegen Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, den einstigen Aufsichtsratschef der Bewerbung.

Er habe laut Roth nicht gewollt, "dass jedes Glas Champagner, das er säuft, vom Rechnungshof kontrolliert wird" und deshalb die Gründung des Fördervereins angeregt.

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