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Andrea Schöpp holte ihren ersten WM-Titel im Curling bereits 1988 © getty

Die deutsche Top-Curlerin ist nach dem Finalsieg über Schottland die älteste Titelgewinnerin aller Zeiten.

Swift Current - Der historische WM-Triumph versetzte Deutschlands Top-Curlerin Andrea Schöpp so richtig in Feierlaune.

"Jetzt gibt's Champagner", kündigte die mit 45 Jahren älteste Titelgewinnerin der 31-jährigen WM-Geschichte nach dem 8:6-Finalsieg gegen Schottland nach Zusatz-End an. "Es fühlt sich einfach nur großartig an, besonders weil am Schluss auch noch die Nerven ins Spiel kamen."

An ein Ende ihrer Karriere verschwendet die siebenmalige Europameisterin allerdings auch nach der Wiederholung ihres WM-Triumphes von 1988 keinen Gedanken: "Natürlich haben wir vor der WM an unsere Chance geglaubt, und jetzt denke ich erst recht, dass wir auch noch einmal den Titel holen können. Das ist unser nächstes Ziel."

Amateure bezwingen Profis

Nach der Olympia-Enttäuschung mit Platz sechs vor Monatsfrist in Vancouver hatte Schöpp sogar schon eine Fortsetzung ihrer Laufbahn bis zu den Winterspielen 2018 ins Auge gefasst: "Wenn ich gesund bin, will ich da noch spielen."

Der Triumph von Swift Current, bei dem Schöpp mit dem SC Riessersee bis zur Entscheidung fünfmal führte und zweimal in Rückstand lag, zementierte nur ihre Ausnahmestellung in Deutschland.

International allerdings ist der WM-Titel für die Garmischerinnen umso höher einzustufen, weil Schöpp und Co. im Kreis ihrer durchweg unter professionellen Bedingungen trainierenden Rivalen die letzten Amateure sind.

Schöpp: "Das ist das richtige Team"

Entsprechend mühselig war für Schöpp die Zusammenstellung ihrer Crew. "Ich habe jetzt das Gefühl, dass es das richtige Team ist. Aber es hat sehr lange gedauert und ist sehr schwierig gewesen, die Mannschaft zu bilden", berichtete die Universitäts-Angestellte über die Findungsphase.

Doch selbst nach der Entscheidung für das Trio mit Schöpps langjähriger Wegbegleiterin Monika Wagner, Melanie Robillard sowie Stella Heiß, der erst 17 Jahre alten Tochter des früheren Eishockey-Nationaltorwarts Peppi Heiß und nunmehr jüngsten Weltmeisterin aller Zeiten, waren anders als bei der Konkurrenz gemeinsame Trainingszeiten eher die Ausnahme.

Robillard reist nur an Wochenenden aus ihrem Wohnort Brüssel an, Wagner ist ebenfalls an der Uni München vollzeitbeschäftigt, und für "Küken" Heiß hat ein Schulabschluss Priorität.

Im Rausch des Erfolges scheute die promovierte Statistikerin Schöpp schon vor Beginn der Siegesfeier auch keine Koketterie mit ihrem Alter: "Vielleicht gewinnen wir ja auch erst in 22 Jahren wieder. Ob das wohl auch wieder ein Rekord wäre?"

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