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Oberstdorf ist seit 1953 Ausrichter bei der Vierschanzentournee © getty

Die nordische Ski-WM 2015 geht nach Schweden, Oberstdorfs Kandidatur wird abgeschmettert. Bald aber soll ein neuer Anlauf kommen.

Antalya - Falun hat Oberstdorf im Kampf um die Ausrichtung der nordischen Ski-Weltmeisterschaften 2015 ausgestochen.

Bei der Vergabe im türkischen Antalya durch den Ski-Weltverband FIS setzte sich die schwedische Stadt gegen den deutschen Bewerber sowie gegen Lahti/Finnland und den polnischen Favoriten Zakopane durch.

Oberstdorf war bereits im ersten Wahlgang mit nur einer Stimme ausgeschieden.

Falun setzte sich im dritten Durchgang denkbar knapp mit 8:7 Stimmen gegen Lahti durch und wird damit zum fünften Mal nach 1954, 1974, 1980 und 1993 Gastgeber der nordischen Ski-WM sein.

Drei weitere Weltmeisterschaften vergeben

Auf dem FIS-Kongress in Antalya wurden noch drei weitere Weltmeisterschaften ohne deutsche Kandidaten vergeben.

Die alpine Ski-WM 2015 wird im US-Bundesstaat Colorado ausgetragen, Schauplätze sind wie schon 1999 Vail und Beaver Creek.

Vail hatte die WM bereits 1989 alleine ausgerichtet. Die Snowboarder und Freestyler küren ihre Weltmeister 2015 in Kreischberg/Österreich, die Skiflieger kämpfen 2014 im tschechischen Harrachov um WM-Gold.

"Trotzdem richtig und wichtig"

"Wir wussten, dass es schwer werden würde", erklärte Alfons Hörmann. Seit der letzten WM in Oberstdorf seien erst wenige Jahre vergangen, erinnerte der Präsident der Deutschen Skiverbandes.

"Der Zeitfaktor" wäre wohl ausschlaggebend gewesen: "Trotzdem ist es richtig und wichtig gewesen, sich erneut zu bewerben. Manchmal sind eben mehrere Anläufe notwendig, um die Basis für einen späteren Erfolg zu schaffen."

Oberstdorf hatte die nordische WM schon 1987 und 2005 ausgerichtet.

Nächster Anlauf womöglich schon für 2017

Die südlichste Gemeinde Deutschland hatte sich bereits vor zwei Jahren ganz bewusst zum frühestmöglichen Zeitpunkt erneut als WM-Gastgeber beworben.

Von der zweiten Absage wollen sich Oberstdorf und der DSV deshalb keineswegs entmutigen lassen.

Bereits im Vorfeld hatte der DSV angekündigt, gegebenenfalls gemeinsam mit Oberstdorf eine weitere WM-Bewerbung für 2017 abzugeben. Diese Aussage war vom Gemeinderat des Marktes Oberstdorf positiv aufgenommen worden.

Devise: "Dran bleiben"

"Ich denke, wir haben eine sympathische und absolut schlüssige Bewerbung abgeliefert, jetzt heißt es ganz einfach, dran bleiben!", sagte Hörmann.

Er bekam Unterstützung vom Oberstdorfer Bürgermeister Laurent Mies: "Unser Konzept stimmt - das zeigt die große Wertschätzung, die uns von allen Seiten entgegengebracht wird. Für einige Council-Mitglieder war seit den letzten Weltmeisterschaften wohl noch zu wenig Zeit verstrichen. Ich gehe davon aus, dass wir in zwei Jahren dann sehr zuversichtlich zum nächsten Kongress fahren können."

Oberstdorf hat den großen Vorteil, dass alle für die Wettkämpfe notwendigen Anlagen und Sportstätten schon vorhanden sind.

Die Großschanze ist traditionell erste Station der Vierschanzentournee, das für die WM 2005 eigens umgebaute Langlauf-Stadion am Ried hat sehr anspruchsvolle Loipen zu bieten - und steht bei der kommenden Tour de Ski im Programm.

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