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Amelie Kober holte bei Olympia 2006 als jüngste Starterin im Feld Silber © getty

Kober verliert bei der Weltmeisterschaft das kleine Finale knapp gegen eine Österreicherin. Die anderen Deutschen patzen.

La Molina/München - Snowboarderin Amelie Kober hat bei den Weltmeisterschaften in La Molina die Sensation nur hauchdünn verpasst.

Im Parallel-Riesenslalom musste sich die 23-Jährige mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben.

Der SVD wartet damit bei den Titelkämpfen in Spanien weiter auf seine erste Medaille. Weltmeisterin wurde Alena Zawarzina aus Russland vor Claudia Riegler (Österreich).

Kober verlor im kleinen Finale gegen die Österreicherin Doris Günther mit einem Rückstand von nur 0,04 Sekunden.

"Im ersten Moment war ich natürlich enttäuscht, aber wenn man das näher betrachtet, mit den ganzen Bedingungen im Vorfeld, dann passt das schon", sagte die Olympia-Zweite von 2006.

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Erst Frust, dann Stolz

Ihr Frust war ohnehin schnell wieder verflogen war, als sie kurz nach dem Rennen ihren knapp vier Monate alten Sohn Lorenz in den Arm nahm.

Stefan Knirsch, sportlicher Leiter der SVD-Athleten, konnte das knappe Ergebnis nicht so schnell abhaken. "Wenn eine Medaille so zum Greifen nah ist, dann ist das natürlich sehr bitter", sagte er.

Dennoch zollte er Kober ein Riesen-Kompliment für ihre Leistung: "Das ist Wahnsinn, was sie abgeliefert hat."

Zumal Mama Kober erst im Dezember nach ihrer Baby-Pause wieder in den Weltcup zurückgekehrt war und im letzten Rennen vor der WM ihr Ticket für La Molina gelöst hatte.

"Das war das Maximum"

Doch Kober bewies bei der WM bis zum Halbfinale ihre Klasse und Nervenstärke.

Im Achtelfinale schaltete die WM-Zweite von 2007 die Schweizerin Patrizia Kummer aus und setzte sich danach gegen Favoritin Ekaterina Tudegeschewa (Russland) durch.

Im Halbfinale gegen die Österreicherin Claudia Riegler vergab die 23-Jährige jedoch einen Vorsprung von 1,5 Sekunden aus dem ersten Lauf und damit auch die große Chance aufs Finale. Kober kam mit 0,20 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Auch im Rennen um Bronze konnte sie einen Vorsprung von 0,15 Sekunden nicht verteidigen.

"Da hat mir am Ende die Kraft und das Training gefehlt. Ich konnte einfach nicht mehr geben. Das war das Maximum", sagte sie.

Frühes Aus für andere Deutschen

Für den Rest des deutschen Teams war spätestens im Viertelfinale Schluss. Selina Jörg schied in der Runde der besten Acht nach einem Sturz im ersten Lauf gegen Günther aus und wurde schließlich Achte.

Isabella Laböck (Prien) scheiterte im Achtelfinale an Zawarzina ebenso wie Patrick Bussler aus Ascheim an Roland Fischnaller aus Italien. Anke Karstens aus Piding überstand die Qualifikation nicht.

Der Titel bei den Männern ging an Topfavorit Benjamin Karl aus Österreich, der vor seinem Landsmann Rok Marguc und Fischnaller gewann.

Am Donnerstag wird die WM mit der Entscheidung in der Halfpipe fortgesetzt. Es ist kein deutscher Snowboarder am Start.

Erst am Freitag im Parallel-Slalom und am Samstag beim Slopestyle gibt es wieder Hoffnungen auf eine deutsche Medaille, die auch Knirsch als Ziel ausgibt: "Wir müssen den Parallel-Riesenslalom schnell abhaken und nach vorne blicken. Das Abschneiden gibt mir aber schon Zuversicht, dass es noch mit einer Medaille klappt."

Auch Kober will dann wieder angreifen: "Ich werde alles versuchen."

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