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Die Rekord-Kombinierer: Tino Edelmann, Johannes Rydzek, Bjoern Kircheisen und Eric Frenzel (von links) © getty

Von acht WM-Medaillen holen die Kombinierer sechs. Ein Umbruch soll dafür sorgen, dass sich auch anderswo die Sorgen mindern.

Oslo - Norwegische Festspiele in der Loipe und erdrückende österreichische Dominanz auf der Schanze.

Nur dank der Rekord-Kombinierer des scheidenden Bundestrainers Hermann Weinbuch hat der Deutsche Skiverband bei der nordischen Ski-WM in Oslo eine herbe Enttäuschung verhindert.

Während Langlauf-König Petter Northug 100.000 begeisterten Fans am Holmenkollen mit dem Sieg im "50er" einen goldenen Abschluss bescherte, tröstete sich der DSV nach einem medaillenlosen letzten Wochenende mit den Erfolgen in der Königsdisziplin.

DSV: Ziel erreicht

Weder die Langläufer mit dem im Ski-Marathon auf Platz sechs bestplatzierten Deutschen Tobias Angerer, noch die Blech-"Adler" um Pechvogel Michael Uhrmann konnten die Bilanz noch aufhübschen.

Mit einer Goldmedaille durch Kombinierer Eric Frenzel, viermal Kombi-Silber sowie Bronze in der Langlauf-Staffel, bei den Kombinierern und im Mannschaftsspringen von der Normalschanze hat der DSV bei den Nebel-Spielen gleichwohl das selbst gesteckte Ziel erreicht.

Keine Sorgen um Olympia 2014

"Wir sind zufrieden", sagte Sportdirektor Thomas Pfüller, "bei der WM 2009 und Olympia 2010 hatten wir etwa auch diese Summe an Medaillen."

Im kommenden Winter ohne Großereignisse soll nun der personelle Umbruch im Athleten-Bereich fortgesetzt werden.

Dann, sagte Pfüller, "bin ich mir sicher, dass wir 2013 eine gute WM erleben werden und uns um Olympia 2014 in Sotschi keine Sorgen machen müssen".

"Besser geht es nicht"

Das gilt besonders für die nordische Kombination, wo das junge Team beinahe noch erfolgreicher war - doch in den Mannschaftswettbewerben war Österreich um 0,4 bzw. 0,1 Sekunden schneller.

Dennoch: "Die Kombinierer waren herausragend, besser geht es nicht", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann. Sechsmal Edelmetall haben Frenzel und Co. Weinbuch zum Abschied geschenkt - WM-Rekord.

Ackermann "ist eine Option"

Weinbuch soll auf eine Art Managerposten rücken, um mehr Zeit für seine Familie zu haben, als Nachfolger brachte Pfüller den viermaligen Weltmeister Ronny Ackermann ins Gespräch: "Wenn er sich entscheiden sollte, aufzuhören und an die Trainerakademie zu gehen, ist das sicher eine Option."

Mit Jochen Behle (Langlauf) und Werner Schuster (Skispringen) plant der Verband bis Olympia in Sotschi 2014 - auch wenn deren Athleten an der Wiege des Skisports nicht nur überzeugten.

Freund erfüllt Erwartungen nicht

Schusters "Adlern" fehlten beim zweiten Teamspringen nur 39 Zentimeter zur zweiten Medaille, doch Uhrmann warf Bronze und mehr im letzten Sprung seiner Karriere geradezu weg.

"Das ist für uns alle enttäuschend, Platz drei steht uns sportlich eigentlich zu", sagte Schuster, der beim fünften WM-Springen den fünften Sieg seiner Landsleute aus Österreich bestaunen durfte.

Severin Freund wurde den Erwartungen mit den Plätzen sieben und zwölf nicht ganz gerecht (DATENCENTER: Ergebnisse Skispringen).

Pfüller rechnet mit "nächster Generation"

Im Langlauf räumte Norwegen mit der viermaligen Weltmeisterin Marit Björgen und dem dreimal erfolgreichen Northug acht von zwölf Goldmedaillen ab - Behles Team blieb bei Siegerehrungen nach zahlreichen Krankheiten meist nur die Rolle der Zuschauer.

Dennoch sieht Hörmann dank junger Leute - wie im Skispringen - gute Perspektiven: "Mit der nächsten Generation ist zu rechnen."

Pfüller will zuvor aber das Problem mit den vielen Krankheiten "in Ordnung bringen".

Norwegen träumt nun von Olympia

Oslo setzte derweil neue Maßstäbe hinsichtlich der Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Am Holmenkollen jubelten Zehntausende ihren Stars zu, in den nahen Wäldern campierten Unzählige, um sich beste Plätze zu sichern, allabendlich feierten bis zu 100.000 Zuschauer die Medaillengewinner im Stadtzentrum.

"Oslo war der erwartete Volltreffer", sagte Hörmann, FIS-Präsident Gian-Franco Kasper nannte die WM "ein einzigartiges Festival. Die Messlatte für alle kommenden Gastgeber liegt hoch. Das zu übertreffen, wird beinahe unmöglich."

Das Volksfest hat in Norwegen den Wunsch nach einer Bewerbung Oslos um die Olympischen Winterspiele 2022 oder 2026 geweckt. "Die Weltmeisterschaften haben der Diskussion über eine mögliche Olympia-Bewerbung neue Nahrung gegeben. Ich habe keinen Zweifel daran, dass der Erfolg der WM beweist, dass eine Bewerbung richtig wäre", sagt Gerhard Heiberg, norwegisches IOC-Mitglied.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

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