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Simon Ammann gewann bereits zweimal olympisches Gold © getty

Martin Schmitt verpasst das Podium nur knapp. Der Schweizer Simon Amann dominiert das Auftaktspringen in Oberstdorf.

Oberstdorf - Martin Schmitt konnte sich als Fünfter nicht über seinen besten Tournee-Start seit sechs Jahren freuen, während "Zauberer" Simon Ammann als Sieger des Auftaktspringens der 57. Vierschanzentournee gefeiert wurde.

Unter den Augen des letzten deutschen Gesamtsiegers Sven Hannawald scheiterte Schmitt im Kühlhaus von Oberstdorf beim Angriff aufs Podest an seinen Nerven, hat aber mit 12,6 Punkten Rückstand auf den Schweizer noch alle Chancen beim Skisprung-Grand-Slam.

"Das tut schon ein bisschen weh, ich hatte mir mehr erhofft. Ich hatte die Chance, aufs Podest zu springen und habe im zweiten Sprung einen Fehler gemacht", erklärte der von 25.000 Fans trotzdem umjubelte Schmitt traurig.ad

"Vielleicht wird die Freude heute abend kommen, ich habe noch alle Chancen in der Gesamtwertung. Ich bin auf Augenhöhe mit der Weltspitze."

Nach dem ersten Durchgang hatte der 30-Jährige auf Platz vier gelegen mit der Chance auf den ersten deutschen Sieg bei der Tournee seit dem 29. Dezember 2002, doch dann kostete ihn ein verpatzter Sprung auf 129 Meter alle Chancen.

Trainer zufrieden

Trotzdem war Bundestrainer Werner Schuster zufrieden: "Sein zweiter Sprung war nicht mehr perfekt, aber er hat vor dieser grandiosen Kulisse überzeugt. Wir haben eine super Ausgangsposition, darauf können wir aufbauen."

Michael Neumayer holte als Neunter sein bestes Saisonresultat, Michael Uhrmann flog auf Platz zehn - drei Deutsche unter den Top Ten hatte es zuletzt 2000 am Schattenberg gegeben. Das überragende Teamresultat komplettierte Stephan Hocke als 15. mit seinem besten Weltcup-Ergebnis seit fast vier Jahren.

Ammann dominiert

Dominator Simon Ammann holte sich seinen fünften Sieg im achten Saisonspringen mit 286,4 Punkten hauchdünn vor dem um 1,2 Zähler distanzierten "ewigen Zweiten" Wolfgang Loitzl (Österreich/285,2). "Gottseidank hat es gereicht", meinte Ammann.

Der Mann mit dem Spitznamen "Harry Potter" will als erster Schweizer die Tournee gewinnen. Der Russe Dimitri Wassilijew wurde mit 284,4 Zählern Dritter und bescherte Ex-Bundestrainer Wolfgang Steiert damit den größten Erfolg seiner Amtszeit.

Hannawald: "Fast wie in alten Zeiten"

Martin Schmitt sammelte unter den Augen seiner ebenfalls nicht ganz glücklichen Freundin Patricia 273,8 Zähler. Besser war der viermalige Weltmeister in Oberstdorf zuletzt vor sechs Jahren als Vierter - damals hatte Hannawald den letzten deutschen Sieg gefeiert. "Absolut genial, was der Martin geleistet hat.

Das war fast wie in alten Zeiten - das Stadion war voll und die Fans im Schmitt-Fieber", erklärte Hannawald als Zuschauer im Stadion.

Sportdirektor Thomas Pfüller freute sich ebenfalls über den gelungenen Auftritt des deutschen Teams: "Es geht aufwärts im deutschen Skispringen - das ist eindeutig. Martin ist das Idol Nummer 1 im deutschen Wintersport. Ich traue Martin noch eine weitere Entwicklung bei dieser Tournee zu."

Amman baut Führung aus

Im Gesamtweltcup baute Ammann mit 685 Zählern seine Führung weiter aus, Schmitt ist als Sechster mit 248 Zählern auch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen vorqualifiziert.

Danach wird die Tour in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) abgeschlossen. Für den Gesamtsieger gibt es einen 30.000 Euro teuren Geländewagen.

Drei Deutsche verpassen Finale

Junioren-Weltmeister Andreas Wank (Oberhof) holte als 30. von Oberstdorf noch einen Weltcup-Punkt. Felix Schoft (Partenkirchen/31. ), Severin Freund (Rastbüchl/38.) und Julian Musiol (Zella-Mehlis/47.) verpassten im Schatten von Schmitt den Sprung ins Finale der besten 30.

Michael Uhrmann brachte die Stimmung im Team auf den Punkt: "Ich freue mich über das super Teamresultat, nur schade, dass es Martin nicht aufs Podest geschafft hat. Aber das holt er bei der Tournee bestimmt noch nach."

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