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In der Saison 2005/2006 gewann Shaun White jeden Wettbewerb an dem er teilnahm © getty

Shaun White beherrscht seinen Sport schon lange wie kaum einer. Doch nach einem perfekten Lauf ist auch die US-Ikone fassungslos.

Aspen - Als Shaun White die Wertung seines Laufes über die Streckenlautsprecher hörte, zuckte er kurz zusammen.

Dann ging er völlig perplex ein paar Schritte zurück, riss die Arme in die Höhe und feierte mit den enthusiastischen Fans eine riesige Party.

Bei den X-Games im amerikanischen Aspen war der zweimalige Olympiasieger in der Superpipe endgültig in eine andere Dimension geflogen.

Der perfekte Lauf

Er schaffte es als erster Athlet, in einer Freestyle-Disziplin die maximale Wertungspunktzahl 100 zu erreichen, einen perfekten Lauf in den Schnee zu zaubern.

Für den 25-Jährigen selbst war es die Krönung einer Karriere, die ohnehin keine Grenzen kennt.

"Das ist nicht real, davon habe ich nicht mal zu träumen gewagt. So etwas kann man nicht erwarten, auch wenn ich es immer wollte", sagte White, nachdem er die Jury nach einem Lauf mit höchsten Schwierigkeiten und nicht dem kleinsten Wackler dazu zwang, die bis dahin utopische Wertung abzugeben.

Mehr als 10 Mio. Dollar im Jahr

In den USA ist der schlacksige Junge mit den langen roten Haaren eine Ikone.

Eigene Modelinie, eigene Videospielserie und ein Gastauftritt in der US-Kult-Comicserie "Die Simpsons" - für White kein Problem.

Mehr als zehn Millionen Dollar streicht der Snowboarder jedes Jahr ein, über andere Wintersportgrößen kann er, was die Einkünfte angeht, nur müde lächeln.

Erfinder der Tricks

Seine 1,85 Millionen Fans - übrigens sechsmal mehr als Alpin-Star Lindsey Vonn hat - verfolgen sein Jetset-Leben gebannt auf dem sozialen Netzwerk Facebook.

White, der die Aufmerksamkeit nach eigener Aussage braucht, gibt in seinem Sport den Takt vor und erfindet die Tricks, die seine Konkurrenten in mühsamer Arbeit nachahmen müssen.

Der Double McTwist 1260, ein Doppelsalto mit dreieinhalb Schrauben, ist sein Meisterwerk - kopieren fast unmöglich. Bis zu 14 Metern hoch schraubt er sich in der Halfpipe nach oben, um seine Tricks dann millimetergenau zu vollführen.

Superstar trotz Herzfehler

Mit sechs Jahren begann der Snowboarder, der wegen eines angeborenen Herzfehlers bereits zwei Operationen überstanden hatte, seine Karriere und wurde nur sieben Jahre später Profi.

Die Schule hatte er zu diesem Zeitpunkt längst geschmissen und bewegte sich stattdessen in besten Promikreisen.

Mit gerade einmal 16 Jahren gewann er seinen ersten Titel bei den Winter X-Games und kaufte seinen Eltern als Dank für die Unterstützung ein Haus.

Spätestens die Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 und in Vancouver 2010 machten die "fliegende Tomate", wie er wegen seiner Haarpracht genannt wird, zum Superstar.

Privat-Halfpipe in den Rocky Mountains

Ein Sponsor stellte ihm vor den Spielen in Kanada eine 500.000 Euro teure Privat-Halfpipe in den Schnee der Rocky Mountains.

Zu erreichen ist sie nur mit dem Hubschrauber, nur White kann sie sieben Meilen nördlich von Colorado nutzen.

"Von so etwas träumt jeder Junge, besser kann man sich nicht vorbereiten", sagt der Mann, der sich viele Weltcups schenkt, weil sie ihm zu langweilig sind.

Immernoch erfolgshungrig

Zuletzt spielte der gebürtige Kalifornier, der auch auf dem Skateboard erfolgreich ist, sich selbst im Hollywood-Streifen "Freunde mit gewissen Vorzügen" an der Seite von Justin Timberlake.

Zudem ist er ein gern gesehener Gast in der Playboy-Mansion von Hugh Hefner. Doch dem Mulitmillionär ist die Lust an Erfolgen noch längst nicht vergangen.

"Es gibt immer ein nächstes Jahr und immer etwas zu verbessern", sagt er. Den Juroren bei seinen Wettkämpfen dürfte das arges Kopfzerbrechen bereiten. Denn die Perfektion haben sie ihm schon bescheinigt.

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