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Amelie Kober feierte in Kreischberg ihren dritten Weltcuperfolg © getty

Kurz vor der WM kommt Amelie Kober richtig in Fahrt. Im Parallel-Slalom ließ sie ihrer Konkurrentin im Finale keine Chance.

München - Das Timing von Amelie Kober hätte besser nicht sein können.

In einer Woche steigt sie in ein Flugzeug in Richtung Südkorea, wo in diesem Jahr die Weltmeisterschaften der Snowboarder ausgetragen werden.

In der Provinz Gangwon, die sich mit der Stadt Pyeongchang schon zweimal erfolglos um die Olympischen Winterspiele beworben hat, wird die deutsche Vorzeige-Fahrerin als Anwärterin auf eine Medaille ankommen.

Nach ihrem Sieg in Kreischberg/Tirol - der Generalprobe für die WM (15. bis 25. Januar) - wird ihr jetzt die Favoritenrolle zugeteilt.

Kober überzeugt vor allem bei Großereignissen

"Mit dem Ergebnis hat sie ein ganz starkes Signal gesetzt", betont Timm Stade, Sportdirektor des deutschen Snowboard-Verbandes, nach Kobers Triumph beim Nachtrennen in Tirol.

Und er ergänzt optimistisch: "Wir wissen, dass Amelie Kober bei Großereignissen zu ganz besonderen Leistungen fähig ist."

In der Tat: Vor drei Jahren gewann die Oberbayerin bei den Olympischen Spielen in Turin völlig unerwartet als 17-Jährige Silber, ebenso ein Jahr später bei der WM in Arosa/Schweiz - jeweils im Parallel-Riesenslalom.

Nach Rückschlägen obenauf

Zuletzt aber herrschte Ungewissheit - auch bei Amelie Kober selbst. Bei einem Sturz im Dezember 2007 hatte sie eine Schädelprellung erlitten, darüber hinaus eine Stauchung und Blockade der Halswirbelsäule.

Es folgten weitere Verletzungen, der Blinddarm musste ebenfalls raus. Erst kurz vor Weihnachten kehrte sie am Ende eines Seuchenjahres beschwerdefrei zurück auf das Brett, das ihr die Welt bedeutet.

Und nach den eher mittelmäßigen Platzierungen beim Wiedereinstieg in den Weltcup platzte am Mittwoch der Knoten.

Sieg mit ganz besonderer Klasse

"Ich bin überglücklich", sagte die zunächst noch ungläubige, dann aber vor allem erkennbar erleichterte Kober nach ihrem dritten Sieg im Weltcup - wiederum in einem nicht zum olympischen Programm gehörenden Parallel-Slalom.

"Das war schon unheimlich wichtig für ihr Selbstvertrauen", sagte Stade, der schwärmerisch ergänzte: "Die Art und Weise, wie sie gewonnen hat, das hatte schon Klasse." Kobers Finalgegnerin Tomoka Takeuchi (Japan) war chancenlos.

Medaillen müssen her

Die gelungene Generalprobe im letzten Parallel-Rennen vor der WM macht Stade nun Hoffnung auf einen erfolgreichen Ernstfall.

"Als kleiner Verband ist es wichtig, dass wir uns vor allem bei den Großereignissen gut darstellen können", sagt der Sportdirektor des SVD.

Nur Medaillen in Südkorea (Stade: "Mindestens eine") und bei Olympia 2010 in Vancouver sichern die Fördergelder bis zu den Winterspielen 2014 in Sotschi.

Amelie Kober ist also gerade noch rechtzeitig wieder in Schwung gekommen.

Talente rücken nach

Allerdings: Kober ist auch nicht mehr alleine. "Es haben mich alle angefeuert. Das hat mich zusätzlich motiviert", erklärte sie nach dem Triumph von Kreischberg.

Der SVD hat mittlerweile eine kleine, aber feine Renn-Truppe beisammen: Anke Karstens und Isabelle Laböck fuhren in diesem Winter ebenfalls schon aufs Siegertreppchen. Und Junioren-Weltmeisterin Selina Jörg wurde immerhin schon einmal Vierte.

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