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Bei der WM und bei Olympia holte Kober je einmal Silber. Warum nicht auch mal Gold? © getty

Nach ihrem überraschenden Weltcup-Sieg in Kreischberg führt Snowboarderin Amelie Kober bei der WM das deutsche Aufgebot an.

Gangwon/München - Noch vor kurzem schien es so, als könnte sich Amelie Kober die Reise zur WM nach Gangwon getrost sparen.

Doch als die beste deutsche Snowboarderin am Donnerstag ins Flugzeug nach Südkorea stieg, hatte sie ihr Lächeln wieder gefunden.

Die 21 Jahre alte Miesbacherin hat am Mittwoch vergangener Woche die Generalprobe für die Titelkämpfe gewonnen (Kober mit Spitzentiming) und tritt in Asien als Mitfavoritin an.

Die Olympiazweite von 2006 steht an der Spitze des elfköpfigen Aufgebots, mit dem der Snowboard Verband Deutschland (SVD) hofft, in Gangwon "mindestens eine, möglichst zwei Medaillen zu holen", wie es Sportdirektor Timm Stade formuliert. Klar, dass Stade dabei speziell auf seine Vor-Fahrerin Kober setzt.

Initialzündung in Kreischberg

Kober spricht "öffentlich lieber nicht von Medaillen. Damit bin ich in der Vergangenheit immer sehr gut gefahren". ad

Mit dieser Taktik kurvte sie bei den Winterspielen in Turin vor drei Jahren ebenso zu Silber im Parallel-Riesenslalom wie 2007 bei der bisher letzten WM in Arosa (Schweiz). In diesem Winter schien ihr Traum von Edelmetall aber ausgeträumt, bevor die WM überhaupt begonnen hatte.

"Amelie hatte ein schweres Jahr, geprägt von Verletzungen und Krankheiten. Noch vor drei Wochen sah es gar nicht gut aus", erklärt Stade. Doch dann gewann Kober beim Parallel-Slalom am Kreischberg in Österreich zum dritten Mal in ihrer Karriere ein Rennen im Weltcup. "Das war sehr wichtig für sie, jetzt kommt sie topmotiviert zur WM", glaubt Stade.

Drei deutsche Medaillenjägerinnen

Kober ist nicht die einzige deutsche Hoffnung. Selina Jörg aus Sonthofen und Anke Karstens (Bischofswiesen), die wie Kober bei den Parallel-Rennen dabei sind, ist eine Top-Platzierung zuzutrauen. Im Weltcup haben beide schon gewonnen.

"Es muss ihr Anspruch sein, um Edelmetall mitzufahren", sagt Stade. Das galt für Isabella Laböck genauso, doch die Klingenthalerin fällt wegen einer Grippe aus. Bei den Männern hat Patrick Bussler aus Aschheim Chancen.

Nur Underdogs beim Spektakel

Den Auftakt machen am Samstag die Boarder-Crosser, allerdings ohne Maximilian Stark, der wegen einer Fersenprellung fehlt. Stade hofft auf David Speiser. "Er macht einen starken Eindruck", sagt er über den Oberstdorfer, der im Dezember in Arosa Weltcup-Dritter war.

Zum Ende der Wettkämpfe sind die Freestyler in den schwächsten deutschen Disziplinen Halfpipe und Big Air an der Reihe. Christophe Schmidt (Miesbach) ist allerdings jederzeit zu einer Überraschung in der Lage, wie er in dieser Woche bei den European Open in Laax mit seinem Final-Einzug bewies. Insgesamt starten bei der ersten WM auf dem asiatischen Kontinent 614 Athleten aus 45 Ländern.

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