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Jochen Behle ist seit 2002 Langlauf-Bundestrainer © getty

Beim WM-Auftakt verpassen die deutschen Langläuferinnen die Top 10 deutlich. So bleibt der Trainerzoff das bestimmende Thema.

Liberec - Sportdirektor Thomas Pfüller hat ein Machtwort gesprochen und Bundestrainer Jochen Behle einen Maulkorb im Langlauf-Trainerstreit verpasst.

"Ich möchte nicht, dass bei der WM über Personaldinge gesprochen wird. Das habe ich Jochen Behle auch klar gesagt", sagte Pfüller. Zugleich kündigte der DSV an, nach der Saison die Situation im Frauen-Skilanglauf mit dem in der Kritik stehenden Cheftrainer Ismo Hämäläinen auf den Prüfstand zu stellen.

Behle hatte bei der Nordischen Ski-WM zuvor Hämäläinen als zu weich kritisiert.

Der Finne, der die Kritik zurückweist, hatte im WM-Auftaktrennen am Donnerstag überraschend auf die Olympiazweiten Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad verzichtet.(Gestürzt, gesperrt, zurückgehalten)

Schwächster WM-Start seit zwölf Jahren

Die einzigen beiden deutschen Starterinnen über 10 km verfehlten auf den Plätze 18 (Katrin Zeller) und 32 (Stefanie Böhler) die Top-Ten-Plätze klar und bescherten den deutschen Skilangläuferinnen den schwächsten WM-Start seit zwölf Jahren.

Gold holte sich die Finnin Aino Kaisa Saarinen vor der Italienerin Marianna Longa (4,2 Sekunden zurück) und der polnischen Top-Favoritin Justyna Kowalczyk (11,5).

Pfüller will schlichten

"Es wird nach Ergebnissen abgerechnet und nicht danach, wie fröhlich die Läuferinnen ins Ziel kommen", hatte Behle erklärt.

Auch Pfüller ist mit der Saisonbilanz der Frauen nicht zufrieden: "Natürlich sind die Leistungen nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. Aber jetzt lassen wir erstmal einige WM-Rennen vorbeigehen, und dann können wir nächste Woche darüber reden."

Der Sportdirektor will spätestens am Montag in Tschechien anreisen und im Langlauf-Streit schlichten.

"Frauenversteher" Hämäläinen

Hämäläinen war nach der WM 2007 in Sapporo als Frauen-Cheftrainer installiert worden, weil das Team Probleme mit Behle hatte.

Sachenbacher-Stehle schwärmt von Hämäläinen: "Ismo ist einer, der die Frauen versteht. Es macht einfach Spaß, mit ihm zu trainieren. Wir haben super trainiert und sind eine tolle Gruppe. Wir müssen es nur noch zeigen."

Behle glaubt allerdings nicht an Hämäläinen und will offenbar dessen Ablösung forcieren: "Der Trainer muss die Athleten leiten und mal eingreifen, wenn die Leistungen nicht stimmen. Ich habe selbst in diesem Winter schon dazwischengehauen, man kann ja nicht immer alles laufen lassen."

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