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Magdalena Neuner wurde 2007 zur "Sportlerin des Jahres" gewählt © getty

Bei Sport1.de spricht Magdalena Neuner über eine mäßige Saison - und ihre Freude, trotzdem Sportlerin des Jahres geworden zu sein.

Von Rainer Nachtwey

Sie ist die vielleicht strahlendste Figur im Wintersport.

Und auch, als sie nun von den Sport1.de-Usern zur Sportlerin des Jahres gewürdigt wurde, grinste Biathletin Magdalena Neuner bis über beide Ohren.

"Das bedeutet mir viel", so die 22-Jährige. Denn: "Ich hatte dieses Jahr keine perfekte Saison."

Durch eine Infektion in der Vorbereitung war die Wallgauerin, die 2007/'08 noch den Gesamtweltcup für sich entschied, in der zurückliegenden Saison nicht wie gewohnt in Tritt gekommen.

Staffel-Silber bei der WM

Neuners öffentlicher Wertschätzung tat das dennoch keinen Abbruch. Zumal sie Kämpferqualitäten bewies, doch noch ein Weltcup-Rennen gewann und bei der WM in Südkorea Staffel-Silber holte.

Im Interview mit Sport1.de zieht Neuner Bilanz und spricht über ihre große Schwäche.

Sport1.de: Frau Neuner, die Sport1.de-User haben sie zur Sportlerin des Jahres gewählt. Was bedeuten Ihnen diese Auszeichnungen?

Magdalena Neuner: Das bedeutet mir viel. Jede Auszeichnung ist etwas Besonderes. Ich hatte dieses Jahr keine perfekte Saison und habe trotzdem diesen Preis erhalten. Das finde ich sehr, sehr schön und ist eine große Ehre mich.

Sport1.de: Sie haben es gerade angesprochen: Die Saison war nicht ganz so erfolgreich wie die vorherigen beiden. Sehen Sie die Auszeichnung auch als eine Art Trostpreis?

Neuner: Ja, bestimmt. Es ist etwas Besonderes, wenn man trotz der nicht ganz so erfolgreichen Saison zur Sportlerin des Jahres gewählt wird. Ganz so schlecht war es ja nicht. Ich habe immerhin eine WM-Silbermedaille in der Staffel und einen Einzelweltcup gewonnen. Das war schon okay. Aber es ist sicherlich nicht mit den Jahren zuvor zu vergleichen.

Sport1.de: Spornt so eine "enttäuschende Saison" für die kommende zusätzlich an?

Neuner: Enttäuscht war ich eigentlich nur nach der WM. Da hatte ich mir selbst mehr erwartet. Es war ja "nur" die Silbermedaille in der Staffel. Und ich hatte schon auf eine Einzelmedaille gehofft. Aber am Ende der Saison war ich trotzdem recht zufrieden. Ich hatte zum Abschluss gute Ergebnisse. Man kann ja nicht jedes Mal erwarten, dass es drei Goldmedaillen und der Gesamtweltcup werden.

Sport1.de: Sie stehen bei den Biathleten im Rampenlicht. Hat der ganze Trubel Sie gestört bei der WM - und einen Teil zum schwachen Abschneiden beigetragen?

Neuner: Eigentlich nicht. Mittlerweile kann ich damit ganz gut umgehen. Bei der WM in Östersund 2008 war es schon schwierig, da bin ich mit dem Druck noch nicht zurecht gekommen. Aber dieses Jahr war das kein Problem. Es ist doch auch schön, wenn man so viele Fans hat, die hinter einem stehen. Auch wenn es nicht so gut läuft.

Sport1.de: Ihre große Schwäche war das Stehendschießen. Vor der vergangenen Saison hatten Sie sehr viel in diesem Bereich trainiert gehabt. Woran lag es, dass Sie es im Wettkampf nicht umsetzen konnten?

Neuner: Was die wenigsten wissen: Ich habe meine Schießleistung wieder um sechs Prozent verbessert, auch wenn es nicht so aussieht. Ich hatte ziemliche Patzer, aber auch sehr gute Schießergebnisse. Natürlich war es nicht das, was ich mir erhofft hatte. Das Letzte, was jetzt noch fehlt, ist der Kopf. Der spielt einfach noch nicht ganz mit.

Technisch passt alles so weit. Ich kann gut schießen, im Training zeige ich das auch immer wieder. Aber wenn ich in Stresssituationen gerate, wenn ich mental an Grenzen stoße, dann habe ich nicht das nötige Quäntchen Nerven. Oder ich zeige vielleicht zu viele Nerven. Das muss ich noch in den Griff bekommen. Vielleicht fehlt mir da noch die Erfahrung.

Sport1.de: Beim letzten Weltcup in Khanty Mansisk haben Sie die Verfolgung gewonnen. Hilft dieses positive Erlebnis für die Vorbereitung auf die kommende Saison?

Neuner: Auf jeden Fall. Ein Sieg ist immer schön. Ich hatte gute Ergebnisse in Vancouver, dann lief es in Trondheim nicht mehr so. Dann hilft ein erfolgreicher Abschluss immer. Dadurch konnte ich beruhigt in den Urlaub fahren.

Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews

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