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Gössner gewann 2009 bei der Junioren-WM der Biathleten Gold in der Verfolgung © getty

Biathletin Miriam Gössner spricht im Sport1.de-Interview über eine mögliche Rückkehr zum Langlauf, die Saisonziele und Doping.

Von Rainer Nachtwey

München - Die Aussagen von Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle nach dem enttäuschenden Weltcup-Auftakt in Beitostölen, die Biathleten Magdalena Neuner und Miriam Gössner bei den Olympischen Winterspielen in der 4x5-km-Staffel einzusetzen, sorgen für Aufregung (Neuner soll Behles Team vor Olympia-Pleite retten).

Zumal die sechsmalige Biathlon-Weltmeisterin Neuner ihre Bereitschaft signalisiert hat.

Und auch Gössner, die bei der Nordischen Ski-WM in Liberec bereits in der Damenstaffel ausgeholfen und Silber gewonnen hatte, ist nicht abgeneigt.

"Wenn sie mich brauchen und noch ein Platz frei ist, dann kehre ich natürlich gerne zum Langlauf zurück", sagte die 19-Jährige gegenüber Sport1.de. "Olympia ist Olympia, da würde definitiv keiner 'Nein' sagen."

Im Interview mit Sport1.de spricht Gössner über ihre Saisonziele, die Olympischen Spiele in Vancouver und Doping.

Sport1.de: Frau Gössner, nach dem erfolgreichen Abstecher zu den Langläufern sind Sie zu den Biathleten zurückgekehrt. Gab es keine Überlegung beim Langlauf zu bleiben?

Miriam Gössner: Es war nur eine Ausnahme, mehr nicht. Ich habe immer gesagt, dass das nur von kurzer Dauer ist und ich beim Biathlon bleiben will.

Sport1.de: Sind Sie im Langlauf-Team mit allen klar gekommen oder gab es auch Neider, weil Sie ohne Weltcup-Erfahrung bei der WM starten durften?

Gössner: Nein, die haben mich super aufgenommen. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Eine tolle Mannschaft.

Sport1.de: Können Sie sich vorstellen, zu den Langläufern zurückzukehren?

Gössner: Ausschließen sollte man das nie. Wenn sie mich brauchen, dann schon. Aber die haben ja genug gute Leute. Aber wenn noch ein Platz frei ist, dann natürlich gerne.

Sport1.de: Schon bei Olympia?

Gössner: Olympia ist Olympia, da würde definitiv keiner "Nein" sagen.

Sport1.de: Bei den Biathleten herrscht große Konkurrenz. Wäre der Weg über den Langlauf nach Vancouver einfacher?

Gössner: Also Biathlon bei Olympia kann ich abhaken. Ich mache mir da keine großen Hoffnungen. Dafür ist das Weltcup-Team zu gut, um mich dort reinzulaufen und reinzuschießen.

Sport1.de: Wie lauten dann Ihre Ziele für die kommende Saison?

Gössner: Ich muss auf jeden Fall mein Schießen verbessern. Und dann die Junioren-Weltmeisterschaft Ende Januar in Schweden. Das sind meine Hauptziele.

Sport1.de: Spekulieren Sie auch mit Einsätzen im Weltcup?

Gössner: Ich glaube nicht, dass ich dazu komme. Aber daran denke ich im Moment noch nicht. Ich versuche jetzt erstmal mein Schießen zu verbessern und dann muss man sehen, was dabei herauskommt.

Sport1.de: Wie geht man als so junger Athlet mit den Dopingfällen von Albina Achatowa, Jekaterina Jurjewa im Biathlon und Julia Tschepalowa im Langlauf um?

Gössner: Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich finde es einfach traurig, dass sie unseren Sport in den Schmutz ziehen. Die Zuschauer verlieren dadurch vielleicht den Glauben daran, dass man Erfolge auch sauber erzielen kann.

Sport1.de: Albina Achatowa und Jekaterina Jurjewa behaupten unschuldig zu sein?

Gössner: Ich finde es einfach traurig. Und ich würde das nie machen. Ich würde nie meine Gesundheit dafür aufs Spiel setzen. Aber jeder ist nun mal für sich selbst verantwortlich.

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