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Juliane Döll bestritt ihr Weltcup-Debüt 2008 am Holmenkollen in Oslo © getty

Beim schwachen Weltcup-Autftakt sind die deutschen Damen zwar in der Loipe schnell, am Schießstand versagen aber die Nerven.

Östersund - Ohne Magdalena Neuner sind die nervenschwachen deutschen Biathletinnen mit dem schlechtesten Auftakt-Ergebnis der Geschichte in den Olympia-Winter gestartet.

Neuner-Vertreterin Juliane Döll weinte im schwedischen Östersund bittere Tränen, nachdem die bis zum letzten Schießen führende Oberhoferin mit zwei Fehlern und einem anschließenden Sturz in der Zielabfahrt nur auf Platz zwölf gelandet war.

Der deutsche Trainer Wolfgang Pichler feierte mit seinen Schwedinnen einen Doppelsieg: Helena Jonsson siegte. Die Gesamtweltcup-Siegerin der letzten Saison triumphierte 26,2 Sekunden vor ihrer Landsfrau Anna Carin Olofsson.

Platz drei belegte die Bulgarin Darja Domratschewa.

"Die Mädels haben heute Nerven gezeigt, aber das sind halt Menschen und keine Maschinen. Da war die Olympia-Qualifikation wohl im Kopf", sagte Bundestrainer Uwe Müssigggang.

"Juliane war ja sogar auf Siegkurs, aber dann war bei ihr wie bei allen anderen beim letzten Anschlag der Wurm drin." (DATENCENTER: Der Biathlon-Weltcup)

Verunglückter Auftakt wie 1999

Zuletzt hatte es einen ähnlich schlechten Saisonstart 1999 gegeben, aber selbst damals war Uschi Disl in Hochfilzen als beste Deutsche immerhin auf Rang elf gelandet.

Diesmal lag Döll im Ziel 2:10,4 Minuten hinter der Gesamtweltcup-Siegerin Helena Jonsson.

Döll hatte lange geführt, doch nach den beiden Strafminuten verharkte sie sich nach ihrem Sturz mit dem Stock auch noch im Ski, verlor etwa 20 Sekunden, verschenkte dadurch einen Platz unter den Top acht und damit die Olympia-Norm.

"Peinlicher Sturz"

"Der Sturz war sehr peinlich, ich musste erstmal Frust ablassen. Es hätte ein Superergebnis werden können, ich war doch so gut unterwegs", sagte Döll trotz ihres besten Weltcup-Resultats verzweifelt.

Auch die anderen Deutschen hatten bis zum letzten Schießen beste Chancen, ehe die Nerven flatterten.

"Angst beim Schießen"

Ex-Weltmeisterin Martina Beck war nach zwei Fehlern als 13. enttäuscht:

"Ich hatte beim Schießen heute einfach ein wenig Angst. Ich bin 30 und da fangen die Gedanken an zu kreisen."

Schlechte Schießleistungen

Auch Kati Wilhelm, die im Vorjahr noch mit Platz zwei in die Saison gestartet war, war über über Platz 17 sauer:

"Es wäre richtig viel drin gewesen, aber die Aufregung war einfach zu groß. Ich bin unzufrieden."

Andrea Henkel landete mit drei Schießfehlern auf Platz 27, Simone Hauswald mit fünf Fehlern trotz der zweitbesten Laufzeit auf Platz 32.

Miriam Gössner leistete sich bei ihrem Weltcup-Debüt gar sieben Fehler und wurde nur 73.

Hoffen auf Neuner

"Das war heute einfach nicht unser Tag, aber wir waren läuferisch sehr gut in Form und werden im Sprint wieder vorn dabei sein", sagte Müssiggang.

Die sechsmalige Weltmeisterin Neuner hatte wegen eines Infekts nicht in Östersund starten dürfen.

Die 22-Jährige trainiert aber bereits wieder und soll beim zweiten Saison-Weltcup im österreichischen Hochfilzen ab 11. Dezember ins deutsche Team zurückkehren.

Männer mit 20-km-Rennen

Die Männer um den dreimaligen Olympiasieger Michael Greis starten am Donnerstag (ab 17.05 Uhr LIVE) mit dem 20-km-Rennen in den Olympia-Winter.

Bundestrainer Frank Ullrich ist vor seiner Abschiedssaison optimistisch: "Alle haben super trainiert. Wir wollen ein Wörtchen um die Medaillen mitreden."

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