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Frank Ullrich ist seit 1998 Bundestrainer der deutschen Biathlon-Herren © getty

Frank Ullrich geht in seine letzte Saison als Bundestrainer. Der Knatsch aus der Vorsaison und die Dopingvorwürfe sind vergessen.

Östersund - Es ist seine letzte Saison als Bundestrainer, aber Frank Ullrich hat seinen Frieden gemacht mit dem nach Olympia anstehenden Abschied.

Von Dopingvorwürfen aus DDR-Zeiten hat ihn eine Untersuchungskommission im Sommer freigesprochen, und auch der Disput mit dem dreimaligen Olympiasieger Michael Greis scheint sich vor dem Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund in gegenseitiges Wohlgefallen aufgelöst zu haben (DATENCENTER: Der Biathlon-Weltcup).

"Er hat fast alles von unserer Kritik angenommen und vieles verändert", sagte Greis vor dem 20-km-Rennen.

Enstspannte Athmosphäre

Der früher als autoritär geltende Dirigent Ullrich ist ein Stück mehr zum Moderator geworden, der seinen Athleten mehr Freiheiten als früher einräumt.

Ihm selbst wie dem Klima in der Mannschaft tut das offenbar gut. "Aus meiner Sicht ist es jetzt ein deutlich entspannteres Verhältnis mit Michi", sagt Ullrich: "Wir sind auf einer Wellenlänge, auch weil wir große gemeinsame Ziele haben."

Vorzeigeathlet Greis will bei den Winterspielen in Vancouver seine drei Olympiasiege von Turin 2006 mit "möglichst zwei Medaillen" bestätigen und der Bundestrainer einen erfolgreichen Abschied nach zwölf Jahren auf dem deutschen Chefsessel feiern.

Goldschmied Ullrich

"Ich denke nicht daran, dass danach Schluss ist. Ich gehe vielleicht noch motivierter in die Saison rein. Das werden meine 10. Olympischen Spiele und es ist immer wieder mit nichts vergleichbar", sagt Ullrich.

Für die DDR war er als Athlet Olympiasieger 1980 und mehrmaliger Weltmeister, als Chefcoach zeichnete der Thüringer im geeinten Deutschland bislang für eine Serie von WM-Medaillen und neun Olympiamedaillen (davon vier in Gold) verantwortlich.

In Norwegen im Gespräch

In Vancouver soll möglichst viel Edelmetall dazukommen. Ab dem Frühjahr 2010 wird Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang dann den Männer-Bereich mit übernehmen und Ullrich über seine Zukunft entscheiden.

Er hat mit dem Deutschen Skiverband (DSV) über eine mögliche neue Position verhandelt, aber auch andere "gute Gespräche" geführt.

Ullrich ist zum Beispiel beim großen Erzrivalen Norwegen als Coach im Gespräch. Er freut sich auf eine neue Herausforderung und seine Stimme klingt fast so, als wäre er auch ein bisschen erleichtert über seinen Abschied als Bundestrainer: `Einen Frank Ullrich, der im Sessel sitzt, wird es nicht geben.

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