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Magdalena Neuner gewann mit der Staffel in Ruhpolding 2009 Gold © getty

Nach dem miesen Saisonauftakt sind die DSV-Cracks in Oberhof und Ruhpolding besonders gefordert. Die Damen auch ohne Wilhelm.

Oberhof - 14 Einzelrennen und kein Sieg:

Nach der miserabelsten Dezember-Bilanz des letzten Jahrzehnts stehen die deutschen Biathleten bei den Weltcup-Heimspielen in Oberhof (6. bis 10. Januar) und Ruhpolding (13. bis 17. Januar) unter besonderem Druck. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

20.000 Fans wollen am Thüringer Rennsteig bereits bei der Auftakt-Staffel der Frauen am Mittwoch (ab 14.15 Uhr LIVE) den ersten Triumph der Gastgeber bejubeln.

"Dass es in Oberhof gleich mit einer Staffel losgeht, macht uns nichts aus. Den Druck sind wir gewohnt", sagt Uwe Müssiggang.

sdsd

Der Frauencoach warnt stattdessen vor "dem ganzen Drumherum, das in Oberhof und Ruhpolding auf uns wartet.

Dort stehen wir deutlich mehr im Fokus als die Anderen. Die nächsten beiden Wochen werden wieder einmal eine besondere Belastungsprobe für uns."

Müssiggang weiß, dass der allseits erwartete Staffelsieg seines Quartetts das dringend nötige Selbstvertrauen für die verunsicherte deutsche Skijägerzunft schaffen könnte.

Wilhelm pausiert

Dennoch lässt er seine beste Staffel-Läuferin, Kati Wilhelm, auf deren Wunsch hin pausieren.

Die Lokalmatadorin, die aus Schmalkalden am Fuße des Rennsteigs stammt, hat sich nach ihrem Sieg beim Show-Rennen in der Schalke-Arena zusätzliche Zeit für das Training der Lauftechnik erbeten.

Wilhelm wird in Oberhof erst am Freitag in ihrer Schokoladen-Disziplin Sprint eingreifen.

Erfolglosigkeit ungewohnt

Wie sie plagt sich nahezu das komplette Frauenteam mit dem ungewohnten Gefühl, permanent nebem dem Siegerpodest stehen zu müssen.

Wilhelm war ebenso bereits Weltcup-Fünfte wie Andrea Henkel (Großbreitenbach) und Tina Bachmann (Schmiedeberg).

Martina Beck (Mittenwald) und Simone Hauswald (Gosheim) waren als Vierte noch näher an jenem Podium, das aus dem gesamten deutschen Team im Olympiawinter bisher nur Magdalena Neuner (Wallgau) als 2. und 3. der letzten Weltcups in Pokljuka besteigen durfte.

Müssiggang setzt auf Neuner

Gerade weil die schweren Oberhofer Strecken dem Laufwunder Neuner auf den zierlichen Leib geschneidert scheinen (sie gewann am Grenzadler 2007 den ersten Weltcup ihrer Karriere, siegte auch 2008 und gleich dreimal bei der Sommer-WM 2009), denkt Müssiggang wohl am ehesten an die 22-Jährige, wenn er das Ziel ausgibt:

"Wir wollen in Oberhof dort weitermachen, wo wir in Pokljuka aufgehört haben."

Trio im Favoritenkreis

Aber auch Rückkehrerin Martina Beck (fehlte in Pokljuka wegen Trainingspause), Vorjahressiegerin Andrea Henkel (rückte für die später des Dopings überführte Jekaterina Jurjewa am "grünen Tisch" auf den Spitzenplatz) und natürlich Wilhelm zählen zum Favoritenkreis.

Der wird bei den Männern abseits der deutschen Mannschaft gezogen.

Peiffer einziger in Top Ten

Einzig Arnd Peiffer zählt derzeit als Zehnter zu den Top Ten des Weltcups. Und der Clausthal-Zellerfelder lief vor Jahresfrist als Überraschungs-Siebter des Oberhofer Sprints überhaupt erst in die Mannschaft.

Die Routiniers Michael Greis (Nesselwang), Andreas Birnbacher (Schleching) und Alexander Wolf waren bislang nicht in Olympia-Form.

Vizeweltmeister Christoph Stephan (beide Oberhof) schaffte es erst in einem einzigen Rennen unter die besten 40, löste aber als Vierter in Östersund wenigstens das Vancouver-Ticket.

Böhm verdrängt Rösch

Olympiasieger Michael Rösch (Altenberg) wurde wegen permanenter Formschwäche sogar in die "2. Liga" des IBU-Cups versetzt.

Für ihn läuft diesmal Nachwuchsmann Daniel Böhm (Buntenbock).

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