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Simone Hauswald gewann bei der WM 2009 Silber im Sprint © getty

Beim Heimspiel in Oberhof beenden die deutschen Biathletinnen ihre Sieglos-Serie. Simone Hauswald gewinnt, auch Wilhelm überzeugt.

Oberhof - Olympia kann kommen: Als Simone Hauswald im Oberhofer Schneesturm die Faust triumphierend nach oben riss, war der erste Saisonsieg der deutschen Biathleten perfekt und 18.500 Fans waren schier aus dem Häuschen. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

"In Deutschland zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes. Ich freue mich wahnsinnig", sagte die 30-Jährige nach dem vierten Weltcup-Sieg ihrer Karriere, der im Sprint am Thüringer Rennsteig mit 8,7 Sekunden Vorsprung auf Weltcup-Spitzenreiterin Helena Jonsson (Schweden) sogar deutlich ausfiel.

Als Vierte hinter Ann Kristin Flatland (Norwegen) lieferte Weltmeisterin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) ihre beste Saisonleistung ab. Dagegen fiel Teamstar Magdalena Neuner (Wallgau) nach einem Sturz kurzfristig verletzt aus.

Nicht sinnlos geschossen

"Als ich ins Ziel lief, wusste ich nicht, ob es zum Sieg reicht. Aber ich wusste, dass mir ein sehr gutes Rennen gelungen war, und da musste die Faust einfach nach oben", sagte Simone Hauswald.

Sie kam bei phasenweise stürmischem Wind mit nur einer Strafrunde am Schießstand davon und sicherte den mit 10.000 Euro Prämie dotierten ersten deutschen Saisontriumph in einem Einzelrennen (zuvor gewann nur die Frauenstaffel im Dezember in Östersund) durch eine überragende Laufleistung ab.

"Entscheidend war heute, dass ich die Schüsse nicht sinnlos rausgehauen habe, sondern um jeden Schuss gekämpft habe."

Wilhelm und Henkel mit Schussfehlern

Zufrieden war am Ende Kati Wilhelm, die als Vierte das Siegerpodest auch beim achten Solo-Auftritt der Saison knapp verpasste.

"Ich war im Dezember mit meiner Form nicht zufrieden und habe in den letzten Wochen noch einmal intensiv trainiert. Das hat sich scheinbar ausgezahlt", sagte die Thüringerin, die den möglichen Podestplatz durch zwei Fehler beim Stehendschießen vergab.

Weit schlimmer traf es da Mitfavoritin Andrea Henkel (Großbreitenbach). Die Doppel-Olympiasiegerin von 2002 verfehlte im Stehendanschlag alle fünf Scheiben und fiel aussichtslos auf Platz 38 zurück.

"Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Fünf Fehler schießt man nicht gerne. Hoffentlich passiert mir das so bald nicht wieder", sagte Henkel.

Für die Gastgeberinnen begann das Rennen mit einem großen Schreck.

Neuner fehlt wegen Rückenverletzung

Magdalena Neuner, die in der Auftakt-Staffel von Bundestrainer Uwe Müssiggang geschont worden war, rutschte vor dem Rennen beim Warmlaufen ohne Ski aus, zog sich eine schmerzhafte Blockade im unteren Rückenbereich zu und musste sich statt auf die Strecke ins Mannschaftsquartier zur medizinischen Behandlung begeben.

Ob die sechsmalige Weltmeisterin aus Wallgau am Sonntag zum abschließenden Massenstartrennen antreten kann, blieb zunächst offen.

Alarmbereitschaft in Oberhof

Beim Heim-Weltcup am Oberhofer Genzadler steht am Samstag (12.45 Uhr/live in der ARD und bei Eurosport) der 10-km-Sprint der Männer auf dem Programm. Aufgrund der aktuellen Wetterprognose mit großen Neuschneemengen und starkem Wind wird mit erheblichen Behinderungen gerechnet.

Die Organisatoren haben alle Helfer ab Samstag um 8.00 Uhr in Alarmbereitschaft beordert. Sie sollen vorrangig zur Schneebeseitigung auf den Tribünen der Rennsteig-Arena eingesetzt werden.

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