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Michael Greis holte bei Olympia 2006 in Turin drei Goldmedaillen © getty

Nur ein Russe landet im Sprint von Oberhof vor dem Olympiasieger. Die anderen Deutschen ziehen in der Windlotterie Nieten.

Oberhof - Im Oberhofer Wintersturm behielt wenigstens Michael Greis den Durchblick und sprintete beim Biathlon-Weltcup als Zweiter auf das Siegerpodest.

Am Ende lag der Olympiasieger nur 2,8 Sekunden hinter dem Russen Jewgeni Ustjugow und fand nach seiner bisher besten Saisonleistung, dass "das Glück des Tüchtigen heute auf meiner Seite war".

Dritter wurde der Schwede Carl Johan Bergman, die restliche deutsche Mannschaft landete nach desaströsen Schießleistungen im geschlagenen Feld. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Extrem ungünstige Verhältnisse

"Das war kein Wetter für die Sportler und Zuschauer. Wenn mich jemand zur Pizza eingeladen hätte, dann hätte ich mich sicher dafür entschieden", sagte Michael Greis am Ende schelmisch lächelnd und trotz des knapp verpassten Sieges zufrieden.

Der mittlerweile 33 Jahre alte Routinier vom SK Nesselwang entschied sich für sein Spezialgebiet und wurde immerhin mit 7500 Euro Prämie für die knapp halbstündige Mühe bei extrem schlechtem Wetter für Skijäger-Verhältnisse prächtig entlohnt.

Guter Ski als Basis

"Mit zwei Fehlern bin ich beim Schießen noch ganz gut durchgekommen, aber die Grundlage für das gute Rennen waren heute die Super-Ski. Ich war unterwegs sofort dabei, und die Zuschauer haben mich nach vorne getrieben", sagte Greis.

Am Ende feierten 23..000, die sich trotz des Sturmtiefs "Daisy" bis an den knapp 900 Meter hoch gelegenen Thüringer Rennsteig durchgekämpft hatten, ihren Helden frenetisch.

Ullrich erhofft sich Auftrieb fürs Team

"Es war ein ganz hart erkämpfter Podiumsplatz. Michael Greis hat vor allem beim Schießen seine Klasse unter Beweis gestellt und den Lohn für die akribische Arbeit der letzten Tage kassiert", sagte Frank Ullrich.

Dem Bundestrainer blieb angesichts der ansonsten schwachen Vorstellung seiner Biathleten nur die Hoffnung, "das die Mannschaft aus dem Podestplatz Motivation zieht. Die Jungs haben gesehen, was möglich ist."

Fehlschuss-Festival

Außer Greis kam kein einziger deutscher Starter mit weniger als vier Strafrunden durch das Schießen.

Der WM-Dritte Arnd Peiffer war mit fünf Strafrunden auf Platz 38 der zweitbeste Läufer der Gastgeber und drückte angesichts von insgesamt 480 Fehlschüssen der 108 Teilnehmer die Lage so aus: "Am Schießstand hat einfach alles gewackelt. Die Waffe, der Körper - es war extrem."

Die Weltcup-Tage am Thüringer Rennsteig gehen am Sonntag mit den Massenstartrennen der Frauen (ab 11 Uhr LIVE ) und Männer (ab 13.15 Uhr LIVE) zu Ende.

Ob die sechsmalige Weltmeisterin Magdalena Neuner nach ihrer bei einem Ausrutscher erlittenen Rückenblockade antreten kann, entscheidet sich erst unmittelbar vor dem Rennen.

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