vergrößernverkleinern
Magdalena Neuner debütierte als 18-Jährige am 13. Januar 2006 © getty

Trotz Strafminuten hängt Laufwunder Neuner die Einzel-Konkurrenz in Antholz ab. Auch Henkel und Wilhelm landen auf dem Podest.

Antholz - Magdalena Neuner hat mit einem Sturmlauf zu ihrem ersten Saisonsieg olympische Goldhoffnungen geweckt und einen deutschen Dreifachtriumph im Sonnenschein von Antholz gekrönt.

Die sechsmalige Weltmeisterin streckte die Faust in den blauen Himmel, nachdem sie mit einer phänomenalen Schlussrunde Kati Wilhelm bei der Olympia-Generalprobe noch um 5,5 Sekunden distanziert hatte. (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender)

Platz drei bei der besten deutschen Saisonleistung holte Andrea Henkel. Bereits am Sonntag hatten beim Massenstart in Ruhpolding zwei Deutsche auf dem Podest gestanden.

Wilhelm zieht den Hut

"Das war ein Superrennen, ich bin rundum glücklich. Ich bin auf einem guten Weg Richtung Olympia. Schließlich will ich da Gold", sagte Neuner nach ihrem 15. Weltcupsieg: "Vor dem Rennen habe ich mir gesagt, dass ich noch nie ein Einzelrennen gewonnen habe, jetzt habe ich auch das geschafft."

Trotz dreier Schießfehler kassierte Neuner nach 15 km die Siegprämie von 10.000 Euro - das hatte sie einmal mehr ihren schnellen Beinen zu verdanken. Nach dem letzten Schießen hatte die Wallgauerin noch 21,1 Sekunden Rückstand auf Wilhelm gehabt, doch 2,5 km später im Ziel war ein Vorsprung daraus geworden.

"Klar ist es ärgerlich, dass es nicht für den Sieg gereicht hat. Aber wer mit drei Schießfehlern gewinnt, steht zurecht oben", sagte die mit nur einer Strafminute belastete Wilhelm: "Ich bin total glücklich, der erste Podestplatz war sehr wichtig für mich."

"Wir sind angetreten, die anderen nicht"

Das deutsche Team nutzte die Abwesenheit eines Großteils der Weltelite um Gesamtweltcup-Spitzenreiterin Helena Jonsson (Schweden) gnadenlos aus und feierte den ersten Dreifachsieg im Weltcup seit drei Jahren.

"Helena hätte uns mit ihrem starken Schießen vielleicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wir sind halt angetreten, die anderen nicht", sagte Henkel: "Unsere Form kommt langsam."

Die mit der Nummer 1 gestartete Thüringerin war mit ihrer Leistung allerdings nicht ganz zufrieden, weil sie mit zwei Fehlern beim letzten Schießen den greifbar nahen Sieg verpasste: "Beim letzten Schießen habe ich gezittert und wollte die Schüsse ins Ziel tragen."

Qual der Wahl für Müssiggang

Das überragende deutsche Teamresultat komplettierten Martina Beck als Siebte und Simone Hauswald auf Platz neun, die mit zwei Fehlern beim letzten Schießen den Sieg verschenkte.

"Lena war einfach so schnell, da habe ich den Zug verpasst", sagte Hauswald, die mit 54 Sekunden Rückstand auf Neuner die zweitbeste Laufleistung des gesamten Feldes zeigte: "Der interne Konkurrenzkampf ist gewaltig. Ich möchte nicht in der Haut des Bundestrainers stecken, der die Einsatzkonzeption für Olympia machen muss."

Bundestrainer Uwe Müssiggang ("Die Mädels haben überzeugt") hatte angekündigt, nach den Rennen in Antholz bereits die ersten Tickets für die einzelnen Rennen in Vancouver zu vergeben.

Letzte Chance für Rösch

Neuner hat nach ihrem Sturmlauf auf ihrer Lieblingsstrecke, auf der sie 2007 dreimal WM-Gold geholt hatte, beste Chancen.

Am Donnerstag (14.15 Uhr LIVE) wird die Olympia-Generalprobe mit dem 20-km-Rennen der Männer fortgesetzt, dann kämpft Olympiasieger Michael Rösch um seine letzte Chance.

Das deutsche Biathlon-Team für Vancouver mit Goldkandidatin Neuner an der Spitze soll am Sonntag präsentiert werden.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel