vergrößernverkleinern
Kati Wilhelm gewann bei den Olympischen Spielen Bronze mit der Staffel © getty

Wilhelm läuft beim Sprint in Kontiolahti aufs Podium. Neuner baut ihren Vorsprung im Gesamtweltcup auf Jonsson weiter aus.

München/Kontiolahti - "Gold-Lena" Neuner in Gelb, Kati Wilhelm auf ihrer Abschiedstournee auf dem Podium - nur das erneut schwache Abschneiden der Männer trübte die Freude der deutschen Biathleten im finnischen Winter.

An der enttäuschenden Bilanz der bei Olympia medaillenlosen Skijäger änderte auch Arnd Peiffers vierter Platz beim Sprint in Kontiolahti nichts mehr.

Andreas Birnbacher, der 59. wurde, sprach nur über sich, doch seine Worte hörten sich wie eine Zusammenfassung der misslichen Lage der Männer-Mannschaft an (DATENCENTER: Der Weltcup-Kalender).

"Wenn man so schießt, hat man eben keine Chance. Das ist die ganze Saison über schon ein Problem. Das ist zum Teil auch Kopfsache. Und es wird nicht besser, wenn alle nur negativ über uns reden", sagte er.

Das Septett schoss 17 "Fahrkarten".

Lena ist fantastisch

Wesentlich zufriedener durfte Frauen-Cheftrainer Uwe Müssiggang das Sprint-Rennen seiner Damen bilanzieren.

"Unsere Mädchen haben die Belastungen der Spiele und den Stress danach überraschend gut verkraftet", sagte er und fügte mit Blick auf Neuner an: "Lena ist fantastisch. Wenn man bedenkt, was sie nach Olympia alles mitgemacht hat, war das echt stark."

Wo ist Helena?

Neuner verteidigte das Gelbe Trikot der Führenden im Weltcup mit Platz fünf souverän und baute ihren Vorsprung auf die Schwedin Helena Jonsson, die Neunte wurde, auf zehn Punkte aus.

"Es ist sehr schön, dass ich das Gelbe habe, ich möchte es ganz gerne behalten. Es wird jetzt immer im Hinterkopf sein: Wo ist Helena?", sagte sie (Neuner hat Kristallkugel im Visier).

Noch sechs Rennen stehen aus, und Jonsson will weiter kämpfen: "Ich hoffe, dass ich Magdalena noch schlagen kann. Aber es wird schwer."

Die letzten Rennen genießen

Wilhelm zog indes mit Rang drei im Sprint-Weltcup mit Jonsson gleich.

"Ich bin zufrieden. Es ist für mich umso schöner, dass ich nach der Ankündigung meines Karriere-Endes trotzdem noch so gut bin und die letzten Rennen jetzt richtig genießen kann", sagte Wilhelm, die am Dienstag ihren Abschied zum Saisonende verkündet hatte und vier Tage später zum zweiten Mal in diesem Winter aufs Podium lief.

Gutes Teamergebnis

Wilhelm war am Schießstand fehlerlos geblieben und hatte am Ende 13,5 Sekunden Rückstand auf die Weißrussin Darja Domratschewa, die ihren ersten Weltcup-Sieg holte.

Das gute deutsche Teamergebnis komplettierten Andrea Henkel, Tina Bachmann und Simone Hauswald auf den Plätzen sechs, elf und zwölf.

Greis wird 78.

Von einer solchen Dominanz können die einst erfolgverwöhnten deutschen Männer derzeit nur träumen.

Weil in Simon Schempp als 15. nur ein weiterer Deutscher unter die Top 30 kam, droht die Truppe einen Startplatz für die kommende Saison zu verlieren.

Auch Michael Greis konnte das neuerliche Debakel nicht verhindern: Der dreimalige Turin-Olympiasieger landete mit vier Schießfehlern auf Platz 78 und darf damit am Sonntag beim Jagdrennen nicht mehr starten.

Svendsen übernimmt Führung

Der Tagessieg ging an den Russen Iwan Tscheressow, der Norweger Emil Hegle Svendsen übernahm als Zweiter Rang eins im Gesamtweltcup.

Peiffer verpasste das Podium um 4,9 Sekunden. "Ich habe hier nun in einem Rennen mehr Punkte gemacht als bei Olympia, das ist krass. Es war wichtig zu sehen, dass ich vorne reinlaufen kann", sagte er.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel