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Simone Hauswald feierte ihren fünften Weltcup-Sieg, den ersten holte sie 2008 © imago

Nach ihrem Erfolg in Oslo kündigt Hauswald ihren Rücktritt an. Neuner schießt sich um den Sieg, punktet aber im Kampf um Gelb.

Oslo - Erst stellte Simone Hauswald den neuen deutschen Biathlon-Superstar Magdalena Neuner in den Schatten, dann flossen bei der zweimaligen Olympiadritten die Tränen.

"Diese 20 Jahre Leistungssport haben mich geprägt, das geht nicht spurlos an einem vorüber", sagte die 30-Jährige vom SC Gosheim, die nach ihrem fünften Weltcupsieg beim Sprint in Oslo ihren bevorstehenden Rücktritt ankündigte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine)

Im Gegensatz zu den Frauen stecken die deutschen Männer weiter in der Krise. Die Skijäger, die bei den Olympischen Spielen in Vancouver ohne Medaille geblieben waren, enttäuschten erneut. Lediglich Simon Schempp (Uhingen) konnte als Neunter überzeugen.

Zweiter Sieg für Fourcade

"ch bin optimistisch, dass wir wieder dahin kommen, wo wir schon mal waren", sagte der scheidende Bundestrainer Frank Ullrich trotz des schwachen Abschneidens. Der französische Olympiazweite Martin Fourcade feierte in Oslo den zweiten Sieg in Folge.

Derweil verabschiedete sich Hauswald mit ein wenig Wehmut. "Ich werde immer mit dem Herzen dabei bleiben. Es gab viele Höhen und Tiefen. Es war insgesamt einfach schön. Viele tolle Momente waren dabei", sagte die Sportsoldatin.

Nach dem Weltcup-Finale Ende März in Chanty-Mansijsk will sie aufhörenl: "Dann sollen die anderen Dinge des Lebens in den Vordergrund treten. Ich denke dabei an den Beruf und die Familienplanung."

Auch Wilhelm und Beck gehen

Der Rücktritt Hauswalds ("Es ist sehr schön, am Ende noch einmal ganz oben zu stehen") macht endgültig den Weg für eine Verjüngung des Teams von Bundestrainer Uwe Müssiggang frei.

Vor Hauswald, die ohne Schießfehler vor der Weißrussin Darja Domratschewa und Anna Carin Olofsson-Zidek aus Schweden ins Ziel kam, hatten bereits die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) und die dreimalige Weltmeisterin Martina Beck (Mittenwald) ihren Rücktritt für das Saisonende angekündigt.

Damit wird Doppel-Olympiasiegerin Neuner in der kommenden Saison die unangefochtene Nummer eins im deutschen Team.

Erste Frage gilt Jonsson

Ihren Anspruch auf die interne Führungsposition könnte die 23-Jährige mit dem zweiten Gewinn des Gesamtweltcups untermauern.

Obwohl Neuner am Donnerstag nach zwei Schießfehlern im stehenden Anschlag nur den sechsten Platz belegte, hat sie dennoch ihre Führung im Gesamtweltcup vor ihrer härtesten Verfolgerin Helena Jonsson ausgebaut. Die Schwedin landete auf dem 24. Rang.

"Ich schaue von Tag zu Tag öfter auf den Weltcup-Stand. Meine erste Frage nach dem Rennen gilt immer der Platzierung von Helena. Es wird sicher ganz eng werden, aber ich möchte das gelbe Trikot doch sehr gerne bis zum Ende behalten", sagte Neuner.

Wilhelm noch in den Top 10

Trotz der Strapazen der vergangenen Wochen fühlt sie sich noch gut in Form: "Zum Saisonende wird die Spanne zwischen den Athleten immer größer, aber ich fühle mich läuferisch noch ganz gut."

Ganz gut lief es auch bei den weiteren deutschen Starterinnen. Wilhelm landete bei ihrer Abschiedstournee auf dem zehnten Platz, Beck wurde 13. Knapp dahinter kamen Andrea Henkel (Großbreitenbach/14.), Katrin Hitzer (Gosheim/17.) und Tina Bachmann (Schmiedeberg/18.) ins Ziel.

Im Gesamtweltcup liegen vier Deutsche (Neuner, Henkel, Wilhelm,Hauswald) unter den ersten Fünf, Hauswald hat durch den Erfolg die Führung in der Sprint-Wertung übernommen.

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