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Simone Hauswald wird ihe Karriere nach dem Winter beenden © getty

Simone Hauswald setzt mit ihrem Sieg die Gesamtweltcup-Führende Neuner unter Druck. Ihr Rücktritt nach dem Weltcup-Winter ist endgültig.

Oslo - Eine "außerirdische" Simone Hauswald hat sich am Sonntag endgültig zur Biathlon-Königin von Oslo gekrönt und mit ihrem Hattrick sogar Superstar Magdalena Neuner im Gesamtweltcup unter Druck gesetzt.

"Die drei Rennen waren echt vom anderen Stern", sagte die zweimalige Olympiadritte, die beim Weltcup in Norwegen in allen drei Rennen (Sprint, Jagdrennen, Massenstart) triumphierte und den Rückstand auf die zweimalige Olympiasiegerin Neuner auf 44 Punkte verkürzt hat. (DATENCENTER: Ergebnisse und Termine)

Neuner kam im Massenstartrennen am Sonntag als Dritte ins Ziel, Zweite wurde die Ukrainerin Vita Semerenko.

Bei den Männern landete Andreas Birnbacher auf dem vierten Platz und schaffte damit sein bestes Saisonergebnis. Den Sieg sicherte sich der Russe Iwan Tscheressow vor Christoph Sumann (Österreich) und dem Norweger Emil Hegle Svendsen.

"Ich mache defintiv nicht weiter"

Durch den Hattrick darf sich Hauswald auch Hoffnungen auf die Gesamtwertung machen.

"Wenn ich tatsächlich den Weltcup gewinnen sollte, hätte ich eine Wahnsinns-Saison hingelegt und es gebe keine Fragen mehr, warum ich aufhöre", erklärte die 30-Jährige vom SC Gosheim, die ihre Karriere nach dem Weltcup-Finale Ende März in Chanty-Mansijsk beenden wird.

"Ich mache defintiv nicht weiter. Ich habe gesagt, dass ich aufhöre, wenn es am schönsten ist - und es wird immer noch schöner", erklärte sie.

Für Hauswald, die in Oslo die Weltcupsiege Nummer fünf bis sieben feierte, ist der bevorstehende Rücktritt ein Hauptgrund für den momentanen Erfolg.

Schempp vor großer Karriere

"Vielleicht bin ich gerade in meinem absoluten Gleichgewicht und es macht deshalb so viel Spaß. Ich genieße es jedenfalls gerade total", meinte die Sportsoldatin, die sich in Zukunft um ihren Beruf und die "Familienplanung" kümmern möchte.

Während sich Hauswald bereits Gedanken über die Zeit nach dem Ende ihrer Laufbahn macht, hat Jungstar Simon Schempp offenbar noch eine große Karriere vor sich.

Der 21-Jährige vom SZ Uhingen beendete mit seinem zweiten Platz im Jagdrennen am Samstag die Krise der deutschen Männer, die bei Olympia ohne Medaille geblieben waren.

"Das ist einfach nur geil. Ich hätte nicht erwartet, dass es soweit nach vorne geht. Ich bin super-happy. Ich hoffe, dass uns das alle beflügelt", erklärte Schempp, der als einziger Starter ohne Schießfehler geblieben war.

"Es war grandios, was er geleistet hat"

"Es war grandios, was er geleistet hat. Es könnte eine Signalwirkung haben", meinte der scheidende Bundestrainer Frank Ullrich. Bei den Frauen wird die Hauptlast zukünftig auf den Schultern Neuners liegen.

Schließlich beenden neben Hauswald auch die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm und die dreimalige Weltmeisterin Martina Beck nach Saisonende ihre Karriere.

Neuner, die in Oslo auf den Plätzen sechs, acht und drei landete, möchte diese Verantwortung gerne als Gesamtweltcup-Gewinnerin übernehmen.

"Ich versuche natürlich, meinen Vorsprung bis zum Schluss zu halten", sagte die 23-Jährige vom SC Wallgau, die den Weltcup bereits 2008 gewonnen hat: "Allerdings tut mir mittlerweile jeder Schritt weh. Man merkt eben, dass es dem Ende zugeht."

Deutsche Dominanz

Trotz der kräftezehrenden Saison ist die Dominanz der deutschen Biathletinnen erdrückend.

Im Massenstart am Sonntag landeten fünf Deutsche (Hauswald, Neuner, Andrea Henkel, Beck und Wilhelm) unter den besten Zehn.

Im Gesamtweltcup liegen vier deutsche Skijägerinnen (Neuner, Hauswald, Henkel, Wilhelm) unter den ersten Sieben.

Zudem führen die Deutschen alle Disziplin-Wertungen an. Neuner hat die kleine Kristallkugel im Jagdrennen-Weltcup bereits gewonnen. Hauswald liegt im Sprint und im Massenstart vorne.

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