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Neuner feierte ihren fünften Saisonsieg - in Antholz und Vancouver gewann sie je zweimal © getty

Magdalena Neuner räumt beim finalen Massenstart nicht nur das große Kristall ab. Hauswald und Wilhelm nehmen emotional Abschied.

Chanty-Mansijsk/München - "Gold-Lena" Neuner hat ihre überragende Saison gekrönt und als erste Deutsche zum zweiten Mal den Biathlon-Gesamtweltcup gewonnen.

Standesgemäß triumphierte die Doppel-Olympiasiegerin souverän im letzten Saisonrennen im sibirischen Chanty-Mansijsk. Anschließend nahm Neuner die dreimalige Olympiasieger Kati Wilhelm, Simone Hauswald und Martina Beck in den Arm, die mit Tränen in den Augen Abschied vom Weltcup-Zirkus nahmen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich habe eine unglaubliche Saison gekrönt und das mit einem Sieg - einfach unbeschreiblich. Ich wollte unbedingt diese Kugel und da habe ich es mit dem Sieg lieber ganz sicher gemacht", sagte Neuner mit einem strahlenden Lächeln.

Platz 2 für Peiffer

Arnd Peiffer schaffte anschließend mit Platz zwei im Massenstartrennen nur 3,6 Sekunden hinter Weltmeister Dominik Landertinger (Österreich) den zweiten deutschen Podestplatz an diesem Tag.

Peiffer widmete das Erfolgserlebnis am Ende einer enttäuschenden Saison dem scheidenden Bundestrainer Frank Ullrich: "Das war ein schöner Abschluss für Uller und auch für mich."

Dem Norweger Emil Hegle Svendsen reichte ein 14. Platz zum Triumph im Gesamtweltcup - 15 Punkte vor dem Österreicher Christoph Sumann, der als 23. ins Ziel lief.

Auch noch die kleine Kugel

Trotz dreier Schießfehler feierte die mit der Nummer 1 gestartete Strahlefrau Neuner im Massenstartrennen ihren fünften Saisonsieg mit 17,2 Sekunden Vorsprung vor der Französin Sandrine Bailly.

Dabei wäre selbst bei einem Sieg ihrer Teamkollegin und direkten Rivalin Simone Hauswald nur Platz 22 nötig gewesen. Doch die Gosheimerin kam lediglich auf Platz 18 ins Ziel.

Nach 2008 holte Magdalena Neuner damit zum zweiten Mal die große Kristallkugel. Nebenbei gewann sie zudem in der Massenstart-Disziplinwertung ihre zweite kleine Kristallkugel in dieser Saison.

WM-Titel zu vergeben

Dass die sechsmalige Weltmeisterin damit einmal mehr Geschichte schrieb, war ihr relativ egal: "Ich bin nicht der Fan von so was. Ich sammle die Titel für mich selbst und kann schon jetzt auf eine Wahnsinns-Karriere zurückblicken. Und es kann ja auch noch einiges dazukommen."

Schon am Sonntag (ab 13.15 Uhr LIVE) ist in der deutschen Mixed-Staffel noch ein WM-Titel möglich, wo Neuner gemeinsam mit Hauswald, Arnd Peiffer und Simon Schempp antreten wird. (Hauswald macht Hattrick perfekt)

Doch das war am Samstag noch kein großes Thema, schließlich stand auch der Abschied von drei großen deutschen Biathletinnen im Mittelpunkt.

Mit den Haarfarben Schwarz-Rot-Gold

Die dreimalige Olympiasiegerin Kati Wilhelm bedankte sich mit einer riesigen Fahne bei ihren Fans und lief mit Tränen in den Augen auf Platz sechs ins Ziel.

Bei ihr steht jetzt genau wie bei der Gesamtweltcup-Zweiten Simone Hauswald und Martina Beck (29.) die Familienplanung im Mittelpunkt des Lebens. (Hauswald greift Sprint-Kugel ab)

Für das letzte Rennen waren die Sponsoren-Aufdrucke ihrer Mützen mit Goodbye-Aufklebern überklebt worden. Bundestrainer Uwe Müssiggang und viele Wegbegleiter trugen Aufkleber, auf denen Hauswald, Wilhelm und Beck mit den Haarfarben Schwarz-Rot-Gold abgebildet waren.

Müssiggang soll Männer flott kriegen

Am Ende wurden die Frauen im Ziel von einem Plakat mit den Dreien mit der Aufschrift "Goodbye. Wir werden Euch vermissen!" empfangen.

Auch für Müssiggang war es das letzte Weltcup-Rennen als Frauen-Bundestrainer, er wird ab der kommenden Saison zum deutschen Chefcoach aufsteigen und damit auch für die zuletzt erfolglosen Männer zuständig sein.

Magdalena Neuner freut sich derweil schon auf Urlaub: "Vielleicht holen wir bei der Mixed-WM ja noch eine Medaille. Aber danach muss ich all diese Erfolge erstmal sacken lassen."

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