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Uwe Müssiggang (l.) und Ricco Groß sind seit dieser Saison Trainerkollegen © imago

Der neue Chefcoach wirbelt vor dem Saison-Auftakt einiges durcheinander. Simon Schempp bewertet die Änderungen positiv.

München - Der umstrittene Frank Ullrich ist weg, Frauen-Goldschmied Uwe Müssiggang jetzt der Chef von allen und Ricco Groß ganz neu dabei.

Eine Bundestrainer-Rochade soll bei den deutschen Biathleten einen neuen Goldrausch auslösen.

Beim Weltcup-Auftakt im schwedischen Östersund beginnt am Mittwoch (ab 16.20 Uhr im LIVE-TICKER)) die erste Bewährungsprobe für das neue Führungsteam, das auf den WM-Höhepunkt im März in Sibirien hinarbeitet.

"Wir haben versucht, den Teamgedanken wieder etwas mehr in den Vordergrund zu stellen. Jetzt ziehen alle wieder gemeinsam an einem Strick", sagt Uwe Müssiggang.

Neugeschaffene Chef-Position

Der "Meistermacher", der seit 1991 die Damen als Bundestrainer zu einmaligen Erfolgen geführt hatte, ist aufgestiegen und nun in einer neugeschaffenen Chef-Position für beide Geschlechter verantwortlich.

"Wir sind jetzt wieder öfter zusammen mit den Frauen", bestätigt Simon Schempp gegenüber SPORT1 gemeinsame Trainingslager von Herren und Damen in der Saisonvorbereitung.

Für Schempp hat das einen weiteren Vorteil. So sieht er seine Freundin, Biathletin Miriam Gössner, öfter.

Müssiggang bringt Ruhe rein

Müssiggang hat wieder Ruhe ins Team gebracht, nachdem es vor allem bei den Männern in den letzten Jahren unter Frank Ullrich immer wieder Querelen gegeben hatte.

Nach den erstmals seit 42 Jahren medaillenlosen Winterspielen von Vancouver sind nun Mark Kirchner und Fritz Fischer im Herren-Bereich in der Verantwortung.

Schempp hat Spaß

"Er und Mark Kirchner sind beide gleichberechtigte Cheftrainer, die zusammen die Trainingskonzepte entwickeln", erklärt Schempp.

Nach der Saisonvorbereitung bewertet er die Arbeit des neuen Trainerduos positiv: "Es macht sehr viel Spaß mit den beiden und ist auf jeden Fall ein Schritt nach vorn."

Und auch Michael Greis, dreimaliger Olympiasieger von 2006, spürt nach dem Wechsel von Ullrich in den Nachwuchsbereich einen "neuen Wind" in der Mannschaft.

Neuner lobt Groß

Den gibt es auch bei den Damen, und obwohl dort eigentlich Gerald Hönig der neue Chef ist, wird viel mehr von seinem kongenialen Partner Ricco Groß geredet.

"Wir waren ja erst ein bisschen skeptisch, aber der Ricco macht das super. Er läuft beim Training immer mit uns mit und gibt gute Tipps. Das ist besser als Videoschauen", lobt Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner, die in Östersund wegen einer Erkältung fehlen wird.

"Trainerarbeit mit Fauen" macht Groß Spaß

Groß ist nach abgeschlossenem Studium an der Kölner Trainerakademie direkt auf den Bundestrainer-Posten aufgestiegen.

Dass er jetzt nur noch "Ex-Experte" beim Fernsehen ist, wie er das selbst gern beschreibt, findet der 40-Jährige überhaupt nicht schade.

"Mir macht die Trainerarbeit mit den Frauen wahnsinnig viel Spaß", sagte Groß, der nach eigenen Aussagen vorerst nur einen Jahresvertrag hat: "Ich habe mit den Sportlerinnen gemeinsame Ziele erarbeitet. Die haben sich mit meinen gedeckt."

Als Sportler gewann Groß viermal Olympiagold und insgesamt 20 Medaillen bei Weltmeisterschaften.

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