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Andrea Henkel belegte beim Saisonstart über 15 km Platz neun © getty

Die deutschen Biathletinnen werden ohne Magdalena Neuner beim Saisonauftakt abgehängt. Andrea Henkel vermeidet das Schlimmste.

Östersund - Ohne die kranke "Königin" Magdalena Neuner haben die nervenschwachen deutschen Fehlschützinnen die Podestplätze beim Weltcup-Auftakt der Biathleten klar verpasst.

Im Kühlhaus von Östersund bewahrte Andrea Henkel das deutsche Rumpfteam mit ihrem neunten Platz trotz drei Schießfehlern vor dem schwächsten Start der Geschichte. (DATENCENTER: Wintersport-Ergebnisse)

Anna-Carin Olofsson-Zidek bescherte dem von Parasiten gebeutelten Gastgeber Schweden einen umjubelten Heimsieg.

"Wir haben einfach zu viele Fehler geschossen, das kann niemand mehr rauslaufen", kommentierte Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang: "Wir haben halt eine neue Situation. Alle wollen besonders gut sein, da haben auch die Nerven eine Rolle gespielt. Lena ist ja leider zu Hause."

Druck zu groß

Zudem war es das erste Rennen nach dem Abschied von Kati Wilhelm, Simone Hauswald und Martina Beck - und für die neuen deutschen Hoffnungen war der Druck offenbar noch zu groß.

Nur die 33 Jahre alte Henkel brachte bei der Premiere des neuen Frauentrainer-Duos Ricco Groß und Gerald Hönig immerhin läuferisch ihre Leistung, war aber trotzdem unzufrieden.

"Ich wollte beim Schießen eigentlich auf Nummer sicher gehen - aber das ging noch nicht ganz so gut. Insgesamt können wir nicht zufrieden sein, aber wir sind noch steigerungsfähig", sagte die Thüringerin. Sie lag im Ziel 2:09,1 Minuten hinter der Siegerin.

Zidek verläuft sich

Dabei hatte sich die Schwedin im Zielraum noch verlaufen. "Das Ziel war diesmal woanders als im letzten Jahr. Aber ansonsten war es ein traumhaftes Rennen", sagte die 37-Jährige.

Sie blieb ohne Schießfehler und rettete 8,9 Sekunden Vorsprung auf die Französin Marie Laure Brunet ins Ziel. Platz drei belegte die Schwedin Helena Jonsson-Ekholm. Beide hatten zwei Strafminuten auf dem Konto.

Talente ohne Schattenspender

Viel schlimmer sah es bei Temperaturen von minus 12 Grad am Schießstand im deutschen Team aus.

Sabrina Buchholz (Oberhof) leistete sich drei Schießfehler, Tina Bachmann (Schmiedeberg) und Kathrin Hitzer (Gosheim) hatten vier auf dem Konto, Laufwunder Miriam Gössner (Garmisch) und Juliane Döll (Oberhof) sogar fünf. Bachmann holte mit einem Platz unter den Top 20 immerhin noch einige Weltcup-Punkte.

"Da ist halt niemand mehr da, der Schatten spendet. Sie stehen selbst in der Sonne - und haben noch Probleme damit", sagte Müssiggang über das Quintett: "Aber immerhin haben alle gekämpft."

Neuner erkrankt

Die wie im Vorjahr wegen einer Erkältung fehlende Doppel-Olympiasiegerin Neuner schaute das Rennen im Fernsehen und will beim zweiten Saison-Weltcup in Hochfilzen (10. bis 12. Dezember) ihr Comeback feiern.

Obwohl einige Sportlerinnen wegen des in Östersund mit dem Parasiten Cryptosporidium verseuchten Trinkwassers noch unter leichten Magenproblemen litten, gingen alle an den Start.

Über 2000 Einwohner der Stadt in Mittelschweden sind erkrankt, doch das deutsche Team blieb wegen der späten Anreise am Montag und der strikten Konzentration auf Wasser aus Flaschen verschont.

Am Donnerstag starten auch die Männer in die WM-Saison. Nach dem ersten medaillenlosen Olympiawinter seit 42 Jahren wollen Michael Greis und Co Wiedergutmachung betreiben. Nach dem Abschied von Bundestrainer Frank Ullrich ist erstmals das Duo Mark Kirchner/Fritz Fischer verantwortlich.

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