vergrößernverkleinern
Michael Greis wurde 2006 in Turin dreifacher Olympiasieger © getty

In Östersund schafft es kein deutscher Biathlet unter die Top Ten. Greis wird beim Sieg des "außerirdischen" Svendsen Elfter.

Östersund - Der Neubeginn ist missglückt:

Die deutschen Biathlon-Männer haben im Kühlhaus von Östersund einen Fehlstart in den WM-Winter hingelegt und die Top-Ten-Plätze verfehlt. (DATENCENTER: Wintersport-Ergebnisse)

Im ersten Rennen nach der völlig verpatzten Olympiasaison und dem Abschied von Bundestrainer Frank Ullrich war Oldie Michael Greis auf Platz elf noch bester Deutscher.

Der "außerirdische" Olympiasieger Emil Hegle Svendsen (Norwegen), der im Sommer wegen eines Magengeschwürs lange pausiert hatte, feierte seinen 16. Weltcup-Sieg.

Kirchner: "Da ist noch Luft nach oben"

"Da ist noch Luft nach oben, auch wenn das ganz ordentliche Ergebnisse waren. Aber wir brauchen auch ein paar Rennen als Durchputzer, damit wir in die Saison reinfinden", sagte der neue Chefcoach Mark Kirchner.

Greis, dreimaliger Olympiasieger von 2006, hatte nach 20 km 2:25,9 Minuten Rückstand auf Sieger Svendsen, der trotz zwei Strafminuten siegte.

Der Norweger zeigte eine überragende Schlussrunde und triumphierte vor seinem Landsmann Ole Einar Björndalen, der nach dem letzten Schießen noch mit sieben Sekunden Vorsprung geführt hatte.

"Ich bin einfach volle Pulle gelaufen. Ich habe noch härter gearbeitet als im letzten Winter", sagte Svendsen.

Strafminuten kosten Greis bessere Platzierung

Michael Greis konnte als einziger Deutscher wenigstens läuferisch halbwegs mit den Norwegern mithalten, büßte aber durch drei Strafminuten alle Chancen auf den anvisierten Podestplatz ein.

"Wenn man gleich beim ersten Schießen zwei Fehler macht, ist das schon schade. Läuferisch war ich ganz gut, aber die Norweger waren wirklich außerirdisch", sagte der Routinier.

Trotz der schwachen Leistung am Schießstand war er 0,8 Sekunden schneller als sein Teamkollege Andreas Birnbacher (Schleching), der nur einmal vorbeigeschossen hatte und nach einem Einruch auf auf der letzten Runde auf dem zwölften Rang landete.

Am Tag nach dem mit Platz neun für Andrea Henkel ebenso enttäuschenden Auftakt der deutschen Frauen kosteten wieder Fehler am Schießstand ein besseres Resultat.

Glatte Schießmatten als Problem

Arnd Peiffer hatte nach dem ersten Schießen noch auf Platz zwei gelegen, büßte mit insgesamt zwei Schießfehlern dann jedoch alle Chancen ein.

"Es war das erste Rennen, und es ging ein bisschen zäh. Aber im letzten Jahr ist es noch viel schlechter losgegangen", sagte der nicht unter den besten 20 gelandete Peiffer und hatte ein Entschuldigung für seine Fehler:

"Die Schießmatten waren wegen der Kälte so glatt. Deshalb bin ich mit 90 Prozent Treffern zufrieden."

Wolf und Schempp punkten

Bei minus 17 Grad hatten sich viele Sportler aus Angst vor Erfrierungen dick das Gesicht zugeklebt - schließlich waren die Temperaturen nahe an den als Untergrenze für Weltcups zugelassenen minus 20 Grad.

Alexander Wolf und Simon Schempp leisteten sich jeweils zwei Schießfehler und holten noch Weltcup-Punkte, Christoph Stephan (Oberhof) landete mit fünf Schießfehlern unter ferner liefen.

Die deutschen Männer hatten Wiedergutmachung angekündigt, nachdem sie bei den Winterspielen in Vancouver beim schlechtesten Ergebnis seit 42 Jahren medaillenlos geblieben waren.

Damen peilen Podestplatz an

Am Freitag steht in Östersund der 7,5-km-Sprint der Frauen auf dem Programm - erneut ohne die erkrankte Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner.

Ziel ist auch dort der erste deutsche Podestplatz des WM-Winters.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel