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Miriam Gössner gewann bei Olympia 2010 Silber mit der Langlauf-Staffel © imago

Nach dem zweiten Podestplatz fühlt sich Sportarten-Pendlerin Miriam Gössner endlich angekommen. Bei den Herren dominiert Norwegen.

Östersund - Shootingstar Miriam Gössner lächelte überglücklich, als sie mit ihrem zweiten Silberplatz binnen 42 Stunden den gelungenen Auftakt-Weltcup der deutschen Biathleten in Östersund perfekt gemacht hatte.

Die Olympia- und WM-Zweite im Skilanglauf sprang für die kranke Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner in die Bresche und musste sich auch im Jagdrennen nur der Finnin Kaisa Mäkäräinen geschlagen geben. (DATENCENTER: Wintersport-Ergebnisse)

Die besten Platzierungen für die deutschen Männer waren Platz sieben und acht von Andreas Birnbacher im Schatten der "außerirdischen" Norweger.

Erneut beste Laufzeit

"Ich habe Biathlon endlich kapiert. Ich muss nicht nur gut laufen, sondern auch gut schießen", sagte Gössner mit einem Grinsen.

Nach ihrem sensationellen zweiten Platz im Sprint - dem ersten Weltcup-Podestplatz ihrer Karriere - glänzte sie auch im Jagdrennen mit der besten Laufzeit des gesamten Feldes und leistete sich am Schießstand "nur" drei Fehler.

Im Ziel hatte die 20 Jahre alte Garmischerin 1:39,4 Minuten Rückstand auf Mäkäräinen, die mit ihrem zweiten Sieg die Führung im Gesamtweltcup übernahm.

Trainer Hönig beeindruckt

"Da kann man nur den Hut ziehen. Das ist vielleicht der Beginn einer großen Karriere", sagte Bundestrainer Gerald Hönig ein bisschen fassungslos.

"Sie hat ja immer wieder den Ruf, zwischen den Welten zu pendeln und keine Biathletin zu sein. Sie hat jetzt bewiesen, dass sie eine ist."

Besonders beeindruckt war der Coach vom letzten Schießen, als Gössner im Sandwich zwischen Gesamtweltcupsiegerin Helena Jonsson-Ekholm und Olympiasiegerin Anna-Carin Olofsson-Zidek die Nerven behielt.

Auf der Schlussrunde hängte sie die beiden großen Schwedinnen dann ganz locker ab.

WM-Ticket in der Tasche

"Ich bin einfach volle Pulle ins Ziel gelaufen", sagte Gössner. (Miriam Gösnner im SPORT1-Interview)

Die 20-Jährige nahm nicht nur gut 16.000 Euro Preisgeld mit nach Hause, sondern ist bereits jetzt für die Biathlon-WM im März in Sibirien qualifiziert.

Dabei hatte die in den vergangenen Wintern wegen ihrer schwachen Schießergebnisse in den Skilanglauf gewechselte Gössner eigentlich vor allem die Nordische Ski-WM in Oslo als realistischeres Ziel anvisiert.

Jetzt ist sie im Biathlon angekommen.

Birnbacher zufrieden

Die mit besten Aussichten auf einen Podestplatz gestarteten Tina Bachmann und Andrea Henkel landeten nach jeweils vier Schießfehlern auf den Plätzen zehn und 13.

Das Duo konnte aber immerhin die hinter Gössner besten Laufzeiten vorweisen, während die deutschen Männer den "außerirdisch" schnellen Norwegern nur staunend hinterherschauten.

"Ich bin sehr zufrieden mit den Einstieg", sagte der beste Deutsche Birnbacher trotzdem: "Die Norweger sind schon in außerirdischer Topform, wir noch nicht ganz."

Podestplatz verschenkt

Im Sprint hatte der schießfehlerfreie Birnbacher als Siebter 46, 8 Sekunden Rückstand auf Emil Hegle Svendsen - obwohl der eine Strafrunde zusätzlich gelaufen war.

Tags darauf verschenkte Birnbacher mit zwei Fehlern im letzten Schießen den möglichen ersten Podestplatz und hatte als Achter gar 1:47,3 Minuten Rückstand auf Ole Einar Björndalen.

Der Routinier aus Norwegen hatte im Sprint durch einen Sturz in der Zielabfahrt Platz eins noch verpasst, holte seinen 93. Weltcup-Sieg aber im Jagdrennen vor dem in Östersund zweimal erfolgreichen Gesamt-Spitzenreiter Svendsen nach.

Neuner-Rückkehr nicht fix

Michael Greis, dreimaliger Olympiasieger von 2006, belegte die Plätze 9 und 15.

Die angekündigte Wiedergutmachung für die nach dem medaillenlosen Olympiawinter schwächste Saison seit 42 Jahren war das noch nicht.

Ob Magdalena Neuner beim zweiten Saison-Weltcup am kommenden Freitag in Hochfilzen ins deutsche Team zurückkehrt ist übrigens noch unklar - aber es gibt ja seit diesem Wochenende Shootingstar Miriam Gössner.

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