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Magdalena Neuner benötigte für die 7,5 km in Pokljuka 23:05,2 Minuten © getty

Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner überrascht sich im Sprint von Pokljuka selbst. Auch Michael Greis landet auf dem Podest.

Pokljuka - Nicht alles getroffen, aber alles gewonnen: Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner holte sich beim 7,5-km-Sprint in Pokljuka trotz zweier Schießfehler mit einer überragenden Laufleistung ihren ersten Sieg in diesem Winter und den insgesamt 20. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere.

Zuvor war Michael Greis (Nesselwang) mit seinem dritten Platz im 10-km-Sprint der erhoffte Befreiungsschlag für das deutsche Männer-Team gelungen (DATENCENTER: Wintersport-Ergebnisse).

Richtig zufrieden war Neuner, die Anastasija Kuzmina (Slowakei/1 Fehler) sowie die zeitgleichen Kaisa Mäkäräinen (Finnland/1 Fehler) und Olga Saitsewa (Russland/0 Fehler) auf die Plätze verwies, allerdings nicht.

"Der Knoten ist bei mir noch nicht so richtig geplatzt, aber nach einem Sieg will ich mich nicht beschweren. Ich habe mich ein bisschen kaputt gefühlt, aber sicher nicht so sehr wie die anderen. Wir waren alle froh über den Ruhetag am Freitag", sagte die Gesamtweltcup-Gewinnerin der vergangenen Saison (VOTING: Die Sportler 2010).

Hönig sieht Luft nach oben

Auch Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig wusste die Leistung richtig einzuordnen.

"Ich bin zufrieden mit den Platzierungen, mit der Vorstellung nicht hundertprozentig. Es zeigt, dass wir diese starke Laufleistungen brauchen, um diese Platzierungen zu bringen. An der Performance am Schießstand müssen wir noch arbeiten", sagte Hönig.

Hitzer überglücklich

Überglücklich war dagegen Kathrin Hitzer (Gosheim/1 Fehler), die mit ihrem achten Platz das Ticket für die Weltmeisterschaften Anfang März im russischen Chanty Mansijsk löste.

"Das war für mich ein schönes Weihnachtsgeschenk, ich freue mich riesig über das WM-Ticket", sagte Hitzer.

Das gute Mannschaftsergebnis rundeten Tina Bachmann (Schmiedeberg/2 Fehler/10.) und Miriam Gössner (Garmisch/3 Fehler/12.) ab.

Greis nicht in Topform

Am Samstagmorgen hatte Michael Greis nach einem fehlerfreien Schießen als Dritter hinter dem ebenfalls fehlerfreien Schwede Björn Ferry und dem Norweger Tarjei Bö, der einmal in die Strafrunde musste, den erfolgreichen deutschen Tag im sonnigen Pokljuka eingeläutet.

Dabei war Greis nicht in Topform an den Start gegangen.

"Ich habe mich einfach nicht so gut gefühlt. Ich hatte am Donnerstag im Einzel Probleme, und das sitzt dann halt im Kopf fest. Ich hatte mir aber vorgenommen, fehlerfrei zu bleiben, denn das ist ja immer schon mal eine gute Grundlage", sagte der 34-Jährige aus Nesselwang.

Ferry und Bö ziehen vorbei

Für den Routinier war zwischenzeitlich sogar der 12. Weltcup-Sieg in greifbarer Nähe. Nach dem zweiten Schießen führte Greis, doch auf der letzten Runde zogen Ferry und Bö noch an dem deutschen Routinier vorbei.

Am Ende fehlten Greis 8,7 Sekunden auf Ferry, der seinen vierten Weltcup-Erfolg feierte.

Kirchner sieht gutes Mannschaftsergebnis

Sehr zufrieden war auch Männer-Bundestrainer Mark Kirchner.

"Wenn er immer aufs Podest läuft, wenn er sich schlecht fühlt, dann nehmen wir das mal so hin. Das war das Aha-Erlebnis, um das wir in den letzten Tagen immer drumherum geredet haben, jetzt hat es endlich geklappt. Wenn man neunmal geknipst hat, will man auch den zehnten noch erwischen, deshalb war es richtig, dass er die Luft vor dem letzten Schuss nochmal kurz rausgenommen hat", sagte der Dreifach-Weltmeister von 1991 und Doppel-Olympiasieger von 1992.

Nach dem Fehlschuss-Festival bei der Wind-Lotterie am Donnerstag rundeten Andreas Birnbacher (Schleching/1 Fehler) als 12. sowie Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/1/Platz 18), Christoph Stephan (Oberhof/1 Fehler/Platz 25) und Alexander Wolf (Oberhof/1 Fehler/Platz 37) das gute Mannschaftsergebnis ab.

Mixed-Staffel am Sonntag

Für die abschließende Mixed-Staffel am Sonntag (12.15 Uhr im LIVE-TICKER) nominierte Frauen-Trainer Hönig Tina Bachmann und Miriam Gössner.

Bei den Männern stand die Entscheidung noch aus, nachdem Greis sein Interesse bekundet hatte. "Wir hatten eigentlich schon einen Plan für die Staffel, aber jetzt müssen wir das nochmal neu diskutieren", sagte Kirchner.

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