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Arnd Peiffer (l.) und Michael Greis holten mit der Staffel in Antholz den Sieg © getty

Wenige Wochen vor der WM in Russland zeigen sich die deutschen Biathleten in beachtlicher Form. Doch es gibt noch Baustellen.

Antholz - Der Kopf ist leer, die Knochen sind schwer, jede Faser im Körper schreit nach einer Pause: Die Biathlon-Festwochen von Oberhof, Ruhpolding und Antholz haben ihre Spuren bei den deutschen Skijägern hinterlassen.

Müde, aber auch glücklich gehen Magdalena Neuner und Co. in ihre wohlverdiente Wettkampf-Pause, wissend, dass sie wieder zur Weltspitze gehören und bei der WM im März im russischen Chanty Mansijsk zur Medaillenjagd blasen werden.

Der souveräne Staffelsieg der Männer in der Höhe von Antholz war der vorläufige Gipfel in der ansteigenden Leistungskurve der deutschen Mannschaft (DATENCENTER: Alle Biathlon-Ergebnisse).

"Es geht nach oben. Die Laufleistung im Frauen-Team hat sowieso gestimmt. Bei den Männern sieht man, dass Arnd Peiffer jetzt sehr gut mit dabei ist. Wir können mit der Art und Weise, wie wir uns in den drei Weltcups vorgestellt haben, sehr zufrieden sein", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Podestplätze am laufenden Band

Fast 250.000 Zuschauer haben in den letzten drei Wochen in den Hochburgen der Biathleten Höchstleistungen eingefordert und geboten bekommen.

Ob im Nebel von Oberhof, im Regen von Ruhpolding oder im Sonnenschein von Antholz: Nach einem durchwachsenen Dezember erfüllten die DSV-Athleten die Erwartungen und sammelten fleißig Podestplätze.

Lediglich ein Einzelsieg wollte nicht gelingen. Am nächsten dran war die überragende Andrea Henkel, der im Sprint von Ruhpolding ganze 1,1 Sekunden fehlten.

Viele Probleme am Schießstand

Trotzdem verblüffte die 33-Jährige in ihrem x-ten Frühling mit fünf Podestplätzen in Serie und lief Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner klar den Rang ab. Die 23-Jährige kam zweimal aufs Podest, musste aber wegen einer Erkältung in Antholz im Sprint und der Staffel passen.

Im Jahr eins nach den Rücktritten von Kati Wilhelm, Martina Beck und Simone Hauswald klafft im Frauen-Team hinter den beiden Topstars eine Lücke, vor allem am Schießstand patzen Miriam Gössner und Co. viel zu oft.

"Man sieht, dass wir schon einen Verlust hinnehmen mussten. Das war uns aber auch klar. Drei solche Top-Athleten verliert man nicht einfach und ersetzt sie durch drei neue. Aber ich muss sagen, dass wir mit dem Frauen-Team überraschend gut in dieser Saison aufgetreten sind", sagte Müssiggang.

Konstante Leistungen von Greis

Bei den Männern war Michael Greis mit sechs Top-Ten-Platzierungen in sieben Rennen fast Alleinunterhalter. Nur Arnd Peiffer kam mit Platz zwei im Sprint von Oberhof und Rang fünf im Massenstart von Antholz in die Sphären des dreifachen Olympiasiegers von Turin.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1-News)

Dafür überzeugten die Staffeln mit den Siegen beim Fehlschuss-Festival von Oberhof und in Antholz.

"Tagesform ist entscheidend"

Entsprechend positiv fällt auch das Fazit von Greis aus.

"Ich habe fast immer top Rennen gemacht, wir haben zwei Staffeln gewonnen. Das sollte uns Auftrieb geben. Gleichzeitig sollten wir aber auch wissen, dass mit der WM das Wichtigste noch ansteht. Da haben wir Chancen in allen Disziplinen, aber sicher ist auch die Tagesform entscheidend", sagte der 34-Jährige.

Auch Bundestrainer Müssiggang ist 38 Tage vor der WM optimistisch (DATENCENTER: Wintersport-Ergebnisse).

Podestplätze fest im Visier

"Wir sind vom Leistungsvermögen her in der Lage, Podestplätze zu erreichen. Das ist immer unsere Zielsetzung gewesen. Bisher hat es immer geklappt, dass wir Medaillen mitgebracht haben. Ich hoffe, dass es dieses Jahr auch wieder so sein wird", sagte Müssiggang.

Bis dahin sind die deutschen Skijäger dann auch wieder heiß aufs Laufen und Schießen.

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