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Magdalena Neuner holte bislang elf Weltcup-Siege © getty

Super-Biathletin Magdalena Neuner hat momentan nicht mal Lust zu stricken, berichtet DSV-Sprecher Schwarzbach bei Sport1.de.

Von Thorsten Deppe

München ? Während die deutschen Biathleten seit neun Tagen im Trainingslager im finnischen Muonio schuften, hat ihre Vorzeigeathletin nicht mal Lust auf ihr größtes Hobby.

Bei Magdalena Neuner, die von einem bakteriellen Infekt fast acht Wochen lahmgelegt wurde, hat der Trainingsausfall Spuren hinterlassen, wie DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach bei Sport1.de berichtet.

"Unmotiviert" sei sie zu Hause gelegen. "Keine einzige Socke", habe die Wallgauerin gestrickt. Das lange Liegen sei zu einem "Kopfproblem" geworden.

Am Montag nach Obertilliach

Der Einsatz von Antibiotikum habe fehlgeschlagen, gibt die Weltcup- Titelverteidigerin zu. "Ich fühle mich immer noch ganz schön angeschlagen und möchte wirklich 100-prozentig gesund werden, bevor ich wieder anfange."

Bis Sonntag folgt deshalb erstmal ein ruhiges Aufbautraining, ehe Neuner kommenden Montag mit ihrer Trainingsgruppe für eine Woche nach Obertilliach fährt.

Erst im Sommer war die 21-Jährige einer hartnäckigen Pilzinfektion zu Opfer gefallen und fiel sieben Wochen aus. Die Saisonvorbereitung für Neuner lief also "alles andere als optimal", bestätigt Schwarzbach.

Körper schon ausgebrannt?

Der junge Körper spielt nicht mehr mit. Hat sich das Biathlon-Ausnahmetalent überanstrengt?

Die Schießfehler muss die dreifache Weltmeisterin immer wieder mit ihrem kraftvollen Laufstil kompensieren und auch die Fülle an Wettbewerben ist nicht zu unterschätzen: Zusätzlich zum Gesamtweltcup und der WM in Östersund lief sie im Januar auch noch die Junioren-WM in Ruhpolding mit.

Einsatz in Östersund offen

Für den Weltcup-Auftakt am 2. Dezember in Östersund gibt sich Schwarzbach verhalten optimistisch: "Sie ist Gott sei Dank eine Athletin, die relativ wenig intensive Trainingseinheiten braucht, damit sie wieder fit ist."

Bundestrainer Uwe Müßiggang werde auch nicht auf Neuner verzichten, vorausgesetzt, "sie ist fit". Nach der ersten Trainingseinheit am Dienstag ist die Bayerin allerdings "noch weit von dem entfernt, was man Hochleistungstraining nennt. Auch eine weltklasse Athletin muss ja irgendwann mal trainieren, Talent hin oder her."

Es reiche allerdings auch, wenn nicht unbedingt eine vordere Platzierung in Sicht sei, teilte Schwarzbach mit.

Trotzdem lassen die DSV-Verantwortlichen Vorsicht walten, Neuner (Magdalena Neuner im Interview ) soll auf keinen Fall zu früh ins Wasser geworfen werden, sonst "geht der Schuss nach hinten los".

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