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Arnd Peiffer hat bisher drei Sprint-Weltcup-Rennen gewonnen © getty

Der Weltmeister kann seinen Triumph gar nicht fassen. Birnbacher gefällt das Flair und macht wie Fourcade eine Kampfansage.

München/Khanty Mansiysk - Staunend, ungläubig, fast ein bisschen schüchtern.

Im größten Moment seiner sportlichen Karriere konnte Arnd Peiffer seinen Gefühlen noch keinen freien Lauf lassen.

"Ich muss das erstmal sacken lassen", sagte der 23-Jährige nach seinem Triumph im Sprint bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im russischen Khanty Mansiysk.

Als erster Deutscher seit Frank Luck 1999 hatte der Harzer vor dem Franzosen Martin Fourcade und dem Norweger Tarjei Bö Gold über die 10 km geholt.

"Nach dem Rennen hatte ich noch keine Zeit für mich, um das zu reflektieren und realisieren. Das wird erst nach dem Verfolger so richtig kommen", sagte Peiffer, der sich in Khanty Mansiysk sehr wohl fühlt.

Gutes Mannschaftsergebnis

Seinen ersten Weltcupsieg (2009) hatte der Bundespolizist ebenso in Sibirien gefeiert wie den WM-Titel in der Mixedstaffel im vergangenen Jahr: "Dies ist meine Lieblingsstrecke, mein Lieblingswetter und meine Lieblingsdistanz. Die erste Runde war richtig gut. Nach dem Liegendschießen wurde es ein bisschen zäh, und ich habe rausgenommen. Auf der letzten Runde habe ich mich richtig gequält", sagte Peiffer.

Den starken Auftritt der deutschen Skijäger bei der ersten WM-Einzelentscheidung rundeten Andreas Birnbacher (1 Fehler) als Sechster, Christoph Stephan (1) als Siebter und Michael Greis (2) als Neunter ab.

"Ein grandioser Sieg von Arnd"

Entsprechend groß sind die Hoffnungen bei den deutschen Skijägern, im Verfolgerrennen am Sonntag (ab 13.45 Uhr im LIVE-TICKER) den nächsten Coup folgen zu lassen.

"Das war ein grandioser Sieg von Arnd. Er hat vom ersten Meter an alles richtig gemacht. Heute gibt es für alle nur Lob. Vier Mann unter den Top 10, das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Es ist eine perfekte Ausgangsposition für den Verfolger. Dazu haben wir den fünften Startplatz für die Heim-WM in Ruhpolding im nächsten Jahr. Besser geht's nicht", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang.

Greis ohne Selbstvertrauen

Peiffer, der 2006 schon daran gedacht hatte, Ski und Gewehr an den Nagel zu hängen, weil er es nicht in den Bundeskader geschafft hatte, legte den Grundstein zum Sieg mit einer überragenden ersten Runde.

"Er war mein Favorit. Aber im Verfolger werden die Karten neu gemischt", lobte der knapp geschlagene Fourcade den deutschen Weltmeister.

Gut erholt von seiner für ihn selbst enttäuschenden Vorstellung in der Mixedstaffel zeigte sich Michael Greis: "Ich bin sehr zufrieden mit meiner heutigen Leistung. Vor dem Wettkampf hatte ich null Selbstvertrauen, doch am ersten Anstieg war ich schon auf Zug und konnte mit dem Schweden Björn Ferry mitlaufen."

"Das war richtig gut fürs Selbstvertrauen. Mit einem Fehler weniger wäre ich vorne dabei gewesen", sagte Greis.

Birnbacher liegt das "Flair"

Birnbacher trauerte der vergebenen Chance hinterher: "Ein bisschen enttäuscht bin ich schon. Ein Schuss mehr drin, dann wäre es eine Medaille geworden."

"Aber es war meine beste Sprint-Platzierung in diesem Jahr. Sechs Sekunden Rückstand auf Platz drei sind eine gute Ausgangsposition für die Verfolgung. Mir liegt die Strecke, das ganze Flair hier", sagte der Vizeweltmeister von 2007.

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