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Magdalena Neuner hat in ihrer Karriere bisher 22 Weltcups gewonnen © getty

Nach Arnd Peiffers grandiosem Überraschungs-Sieg heimst auch Magdalena Neuner Sprint-Gold ein. Gössner hält sich in den Top Ten.

München/Khanty Mansiysk - Mitten im Interview-Marathon hielt Magdalena Neuner inne und schaute gebannt auf einen TV-Monitor.

Mit regungsloser Miene registrierte sie die fünf Treffer ihrer schärfsten Verfolgerin Kaisa Mäkäräinen.

Dann huschte ein Lächeln über das Gesicht der 24-Jährigen: Bei der Zwischenzeit lag die Finnin vier Sekunden hinter der deutschen Doppel-Olympiasiegerin, der achte WM-Titel war "Gold-Lena" nicht mehr zu nehmen.

Im Ziel betrug Neuners Vorsprung 12,2 Sekunden. Vor Mäkäräinen und Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina (Slowakei) gewann die Wallgauerin den Sprint bei der WM im russischen Khanty Mansiysk.

"Das war das perfekte Rennen"

"Es tat auf der zweiten Runde verdammt weh. Die Oberschenkel brannten. In der Mixed-Staffel war es läuferisch besser. Ich wusste, ich muss am Schießstand sauber arbeiten fürs Podest. Ich habe mein Bestes gegeben", sagte Neuner.

"Das Schöne ist, dass ich mich auf den Punkt konzentrieren konnte. Außerdem hatte ich perfekte Ski. Es wäre schön, wenn es so weitergehen würde", so die Weltmeisterin.

Die Chance auf das neunte WM-Gold hat Neuner bereits beim Verfolger am Sonntag, in den sie mit 12,2 Sekunden Vorsprung geht.

"Das war das perfekte Rennen von Lena. Schnellste in der Loipe und souverän am Schießstand. Das war beeindruckend. Sie fordert sich vor jedem Rennen immer wieder selbst heraus, um ihre Spannung aufzubauen", sagte Frauen-Trainer Gerald Hönig.

Henkels "Hände so kalt"

Miriam Gössner musste zweimal in die Strafrunde und verpasste als Neunte einen möglichen Podestplatz.

"Es war heute nicht mein Tag. Das Schießen war mit zweimal eins für meine Verhältnisse gut, nur läuferisch war es heute nichts. Das hat mich gestört. Ich bin ziemlich kaputt, es war ein langer, harter Winter. Jetzt ruhe ich mich für morgen aus", sagte die 20-Jährige.

Die sechsmalige Weltmeisterin Andrea Henkel leistete sich ebenfalls zwei Schießfehler und wurde 20..

"Meine Hände waren am Schießstand ganz kalt, auch meine Füße. Der Fehler im Stehendschießen war völlig unnötig. Auch in der Loipe ging es nicht so gut. Es hat sich unterwegs noch nie so angefühlt in dieser Saison wie heute. Bis Mittwoch kann ich aber wieder in Form kommen", sagte Henkel, die die Führung im Gesamtweltcup wieder an Mäkäräinen abgeben musste.

Kathrin Hitzer (2) belegte Platz 27.

Mäkäräinen kommt nicht heran

Neuner war bereits mit der Startnummer fünf ins Rennen gegangen und setzte die ersten Bestmarken.

Doch in ihrem Nacken zeigte Olympiasiegerin Kuzmina ebenfalls eine sehr starke Vorstellung und lag bis zum Stehendschießen gleichauf mit der Wallgauerin.

Erst ein Fehler im letzten Schuss des Stehendschießen - "Da fehlten nur zwei Millimeter", sagte Hönig - beendete die Jagd der gebürtigen Russin auf Neuner.

Die zweifache Saisonsiegerin Mäkäräinen blieb wie Neuner fehlerfrei, doch "auf der letzten Runde war ich so müde. Ich wusste, wie schnell Lena war und habe mein Bestes gegeben", sagte die Finnin.

Doch an diesem Tag in der sibirischen Kälte führte kein Weg an "Gold-Lena" vorbei.

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