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Arnd Peiffer gewann in Khanty Mansiysk bisher Gold und Silber © getty

Nach dem Überraschungs-Sieg im Sprint reicht es für Arnd Peiffer in der Verfolgung nur zu Platz Vier. Fourcade wird Weltmeister.

München/Khanty Mansiysk - Mit dem letzten Schuss hat Arnd Peiffer seine zweite Goldmedaille bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im russischen Khanty Mansiysk aus der Hand gegeben.

Der Sprint-Sieger setzte in der Verfolgung über 12,5 km den letzten seiner 20 Schüsse daneben und ging nach insgesamt zwei Fehlern als Vierter schließlich komplett leer aus.

Der Franzose Martin Fourcade (3 Fehler), Zweiter im Sprint, gewann im Schlussspurt in 33:02,6 Minuten vor den beiden Norwegern Emil Hegle Svendsen (3,8 Sekunden zurück/2) und Tarjei Bö (5,2/2).

Auf den letzten Metern wechselte der im Gesamtweltcup führende Bö in direkten Zweikampf mit Peiffer die Spur, was eigentlich nicht erlaubt ist. Doch die deutsche Mannschaft verzichtete auf einen Protest.

"Bö war vorne und geht in die linke Spur rein. Danach wechselt er sie nicht. Das war regelkonform, und es gibt keinen Grund zum Protest", sagte Männer-Trainer Mark Kirchner.

"Es war unnötig"

Trotzdem war Peiffer genervt: "Es ist schade, dass das Rennen so enden musste. Von Tarjei fand ich es schade, weil er es vielleicht auch so geschafft hätte, ich aber durch das Manöver nicht die Chance hatte, sportlich zu beweisen, dass ich vorbei kann. Er ist scharf rübergezogen, das macht man nicht. Das hatte das Rennen nicht verdient."

Peiffer war "sauer, weil es einfach unnötig war. Ich habe mich mit Tarjei immer gut verstanden."

Peiffer brauchte die Null

Seine eigene Leistung bei minus 16 Grad beurteilte der Niedersachse kritisch: "Ich hatte nicht die beste Laufform, daher musste ich mir das Rennen taktisch einteilen. Ich musste am Anstieg an den beiden Norwegern dran bleiben."

"Dann wusste ich, dass ich im Stadion noch einmal eine Chance habe. Beim vierten Schießen wusste ich allerdings auch, dass ich die Null brauche", sagte der 23-Jährige.

Peiffer verpasste die Chance, als erster Deutscher das Double zu gewinnen und damit in die Fußstapfen des 15-maligen Weltmeisters Ole Einar Björndalen zu treten, dem dieses Kunststück bereits dreimal gelungen ist, zuletzt bei der WM 2009 in Pyeongchang.

Erster Double-Sieger war der Russe Pawel Rostowtsew 2001 in Pokljuka.

"Der fünfte Platz ist super"

Pechvogel des Rennens am Sonntag in der gut gefüllten WM-Arena war Andreas Birnbacher (2 Fehler). Der 29-Jährige startete zu früh und handelte sich damit eine 30-Sekunden-Zeitstrafe ein. Trotzdem durfte er wegen seines großen Vorsprungs Platz fünf behalten.

"Der fünfte Platz ist super, obwohl ich natürlich auch gerne eine Medaille geholt hätte", sagte Birbacher, der sich über sein Missgeschick ärgerte.

Michael Greis (3) landete auf Platz elf, Christoph Stephan (4) wurde 16.

"Wir haben ein gutes Mannschaftsergebnis geholt und sind nicht enttäuscht. Wenn man aber natürlich bis so kurz vor Schluss in Führung liegt, hofft man schon auf die nächste Medaille", sagte Kirchner.

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